Einleitung zur Isais-Offenbarung
In den letzten zwei Jahrzehnten des vergangenen XX. Jahrhundert hat die
lange
vergessen gewesene Isais-Offenbarung - die Gestalt der Isais überhaupt -
wieder
einiges Interesse hervorgerufen. Noch immer gehört dieser Text zu den
geheimnisumwobenen Schriften, über die es an vollständigem Hintergrundwissen
mangelt, so daß mitunter der Phantasie über Gebühr freie Bahn eingeräumt zu
sein
scheint. Dies um so mehr, wie das Gros der Originalvorlagen, soweit diese
bis in
gegenwärtige Zeit überdauert hatten, in den Wirren des Jahres 1945
verlorenging.
In den Jahren zwischen etwa 1985 und 1995 wurde der Text in
unterschiedlichen
Ausführungen veröffentlicht, inhaltlich dem allgemeinen Wissensstand gemäß
zwar bis
auf wenige Stellen weitgehend richtig, jedoch oft mit ganz oder teilweise
falschen
Illustrationen. Die entsprechenden Verlage können dafür nicht
verantwortlich gemacht
werden - das galt jedenfalls bis 1996/97, da es bis dahin nirgends
zugängliche Quellen
gab, um die Irrtümer zu beseitigen. Dies ist inzwischen anders.
Nach dem verfügbaren Wissensstand, erfolgte die Isais-Offenbarung in den
Jahren
1226 bis 1228 am Ettenberg, am Fuße des Untersbergs zwischen Berchtesgaden
und
Salzburg, an den Tempelritter Hubertus und dessen engste Gefolgschaft. Die
Zusammenfassung zu einer durchgehenden Schrift fand erst 1238 statt,
vermutlich auf
Weisung des Wiener Templer-Großkomturs Hugo Graf Weitenegg.
Im Jahre 1983 fand in Wien eine vollständige Neuübertragung des Texts ins
Gegenwartsdeutsche statt, die 1984 verfügbar wurde, jedoch an einigen
wenigen
Stellen nicht gänzlich richtig war. Um die Jahreswende 2001/2002 wurde auf
Anregung
der Templer-Erbengemeinschaft/STM unter abermaligem Vergleich mit dem
Originaltext, so weit noch vorhanden, resp. den erhaltenen Abschriften, die
notwendige
Detailkorrektur vorgenommen. Diese bezog sich insbesondere auf die
Reinigung des
Textes von einer mit Sicherheit erst in der Neuzeit eingefügten Passage
über einen
angeblichen "Tempel des Schwarzen Steins" etc., die dem Original völlig
fremd ist.
Die nun mehr vorliegende Übertragung der Isais-Offenbarung basiert auf dem
Urtext
sowie auf der aus zwei Teilen bestehenden ersten Übertragung ins
Gegenwartsdeutsche, die 1862 und 1971 angefertigt worden waren.
Die vollständige Erstübertragung von 1862 ging 1945 zusammen mit den meisten
Originalunterlagen um Isais, Die Herren vom Schwarzen Stein etc. verloren
Genauer
gesagt wurde all dies von den damaligen Sachwaltern vernichtet, um das für
die
Zukunft des Reiches als wichtig betrachtetes Material, dessen Inhalt man
kannte, nicht
in die Hände der Alliierten fallen zu lassen. Die Gelegenheit, noch eine
sichere
Verwahrung der Papiere zu bewerkstelligen, war bei den sich überstürzenden
Ereignissen offenbar nicht gegeben. Diese Vorgehensweise kann allein aus der
damals herrschenden Lage verstanden werden.
Die Wiedergabe der Isais-Offenbarung entspricht der
Originalform,
soweit sie erhalten ist. Diese weist keine Untergliederungen oder
Versnummerierungen
auf.
Kommentar ...
Schon Goethe sagt so voller Weisheit, die Menschen erschüfen sich ihren Gott nach ihrem Ebenbild. Die Menschen aber sind zumeist schwach, daher erschaffen sie sich schwache Götter.
Der moderne Mensch des XX. Jahrhunderts ist am schwächsten, er trägt die Stärke nur selten. Die wahre ISAIS hat mit solchen nichts zu tun, sie kehrt ihnen den Rücken.
Darum finden heutzutage so wenige einen Zugang zu ihr, denn sie ist stark und verlangt Stärke. Der mittelalterlichen Mythe nach, vererbt sich das Sehen der ISAIS mit dem Blute derer, die sie sich selbst einst bestimmt hat.
Isais - Geschichtliches
Suchen wir in der bekannten Menschheitsgeschichte nach Spuren der
überirdischen
Wesenheit Isais (Göttin' wäre die falsche Bezeichnung), so erscheinen solche
zunächst rar, und wo wir einige Spuren entdecken, fällt bei näherem
Hinsehen auf, daß
sie in unregelmäßigen Intervallen zu erkennen sind. Dies mag Gründe haben,
in denen
ein Sinn verborgen liegt.
Eingangs ist es nötig, verschiedene namensähnliche, nicht aber identische,
Erscheinungen zu behandeln.
Die häufigste Verwechslung fand in jüngerer
Vergangenheit mit "Isiae" statt, einer vom IV. bis Vl. Jahrhundert n.Chr.
von kleinen
griechischgnostischen Sekten verehrten Ableitung der Isis, wobei die Züge
der
ägyptischen Göttin jedoch in geradezu grotesker Weise verzerrt waren. Dabei
ist zu
bedenken, daß die ägyptische Isis zeitweilig im gesamten Imperium Romanum
verehrt
wurde. Schon zu dieser Zeit kam es in verschiedenen Regionen zu
Mißdeutungen oder
Vermengungen mit jeweis einheimischen Kulten vermengt. Jene Isiae griff in
den
1920er Jahren der Dichter Gustav Meyrink für seinen Roman "Der Engel vom
westlichen Fenster" auf. Er nannte die böse Dämonin des Buchs jedoch Isais,
was bald
zu manchen Irrtümern leitete. Meyrink war damals als okkultistischer
Schriftsteller
sehr bekannt, etwa durch Werke, wie "Der Golem'' oder "Das Grüne Gesicht"
sowie
"Der weiße Dominikaner."
Als ambitionierter Mystiker, hatte Gustav Meyrink
auch,
Verbindung zu Wiener Kreisen gesucht, von denen er einiges über die
Geschichte der
ISAIS nebst Hintergründen erfuhr, darüber hinaus von der 'Figura Baphomet'
etc.; Motive, die er in abgewandelter Form verwendete. Da gewissenhafte Recherche
offenbar nie Meyrinks Angelegenheit war,
vermischte er ISAIS mit Isiae, um dies für seinen wenig historischen Roman
um den englischen Alchimisten John Dee zu
verwenden. Sowohl zeitverschoben wie auch sinnverwirrt, bringt Meyrink
Motive aus dem Umfeld der Templer-Gruppierung
"Die Herren vom Schwarzen Stein" ins Spiel, welche der
deutsch-italienischen "geheimwissenschaftlichen Sektion" des
Ordens (SIGNUM SECRETUM TEMPLI) unterstand. So taucht auch bei Meyrink ein
magischer "schwarzer Stein" auf,
jedoch völlig verschieden vom Schwarzen Stein der Tempelritter. Als
Widersacherin des Alchimisten John Dee läßt Meyrink
eine "Schwarze Isais" auftauchen, die mit der historisch richtigen Form
nichts gemeinsam hat. Wie wenig dieser Dichter
sich an wahre Grundlagen hält, zeigt auch, daß er Kaiser Rudolph II. zur
Zeit des Auftauchens von John Dee am Hof als
siechen Greis schildert, während der Kaiser damals gerade 31 Jahre alt war,
und ihn überdies mit Rabbi Löw in engen
Zusammenhang bringt. Einer ' "Adaptation" unterzieht Meyrink auch den
'Isais-Hymnus' ("Aus dem Lichte des Mondes ... ).
Hinsichtlich der Beschreibung des Äußern der "Isais" vermeidet es Meyrink,
konkret zu werden. Der von ihm ausgemalte
"Isais-Kult" läßt jedoch keinen Fehler aus, da der Dichter die bizarren
Rituale einer gnostischen Isiae-Sekte mit dem
tatsächlichen Isais-Aspekt verwechselt.
Schließlich bauen Meyrinks Systeme auf dem Glauben an Reinkarnation auf,
welcher dem ISAIS-Mythos diametral
zuwiderläuft und von den geheimwissenschaftlichen Templern als Irrlehre
geradezu bekämpft wurde. Kurz gesagt: Meyrinks
"Isais", samt allem Drumherum, hat mit, dem historischen ISAIS-Aspekt
nichts zu tun.
Eine weitere irrtümliche Gleichsetzung kam zeitweilig mit "Isaith" auf,
einer spätphönikischen Sekte. Diese Isaith wurde als
"heimliche Tochter" der ägyptischen Gott-heiten Isis und Seth gesehen. In
den 1920er Jahren ist es hier zu verwirrenden
Vermengungen gekommen, die endlich durch das Engagement von Mitgliedern der
"Deutschen vorderasiatischen
Gesellschaft" aufgeklärt wurden.
Die ISAIS des Ritters Hubertus (ob dieser wirklich 'Koch' hieß, ist
ungewiß)und der "Herren von Schwarzen Stein," von der
es im folgenden zu sprechen gilt, wird erstmals im Jahre 1226 tatsächlich
faßbar. Es bestehen jedoch Hinweise darauf, daß
diese ISAIS mit der weitgehend unbekannten, aber durchaus bezeugten,
assyrischen "Isai" gleichzusetzen sein könnte, die
in alt-assyrischer Zeit als besonderes Bezugswesen Tiglath Pheleser I.
auftaucht und in neuassyrischer Zeit in ähnlicher
Weise bei Sargon II. Darauf wird im Zusammenhang mit dem "Isais-Blitz" noch
einzugehen sein - eine Bezeichnung
übrigens, die ganz jungen Datums ist.
Den fragmentarisch erhaltenen Darstellungen des Hubertus folgend, erschien
ihm Isais erstmals, als er im Anschluß an
seine Kreuzzugstätigkeit den Orient durchreiste, wobei er u.a. einen
quasidiplomatischen Besuch bei Hasan ibn Sannah auf
der Festung Amalaut in den iranischen Bergen unternahm.
Dies läßt darauf
schließen, daß Hubertus schon zu jener Zeit mit dem Templerorden zumindest enge Verbindung hatte. Ob der dem Orden
damals bereits direkt angehörte, ist ungewiß. Auf dem Rückweg von Amalaut nach Akkon, rastete Hubertus auf einem
ausgedehnten Ruinenfeld, bei dem es sich seiner Überzeugung nach um die
Überreste
der einstigen assyrischen Hauptstadt Ninive handelte. Ob es sich
tatsächlich um die
Ruinen von Ninive handelte, läßt sich heutzutage nicht mit Sicherheit
sagen, es
handelte sich aber wohl auf alle Fälle um assyrische Spuren.
Als Ritter Hubertus dort in der Morgendämmerung erwachte, stand vor ihm eine
zierliche ("mädchenhafte" Frauengestalt, "deren kupferfarbenes Haar gleich
einer
Fahne flatterte, obwohl kein Wind blies" - eben Isais. Die mädchenhafte
Frauenerscheinung hieß ihn, mit seinen engsten Getreuen zum "Berg des alten
Gottes"
in seiner Heimat zu ziehen und dort auf sie zu warten, denn sie habe ihm
Wichtiges
mitzuteilen. Hubertus muß von dieser Erscheinung sehr beeindruckt gewesen
sein, er
schildert Isais - sicherlich unbewußt - in geradezu erotisch anmutender
Weise.
Diese erste Erscheinung der Isais gegenüber Hubertus bei den assyrischen
Ruinen
sowie die Tatsache, daß auch die höchstwahrscheinlich echten Teile der
Isais-
Offenbarung unverkennbar einige assyrisch-babylonische Momente enthalten,
erlaubt
den Rückschluß des mesopotamischen Ursprungs dieser Wesenheit, die wohl am
besten als Halbgöttin bezeichnet wäre.
Angemerkt sei an dieser Stelle, daß die allgemein als Ischtar
identifizierte Göttin "mit bis
zum Boden reichenden braunen Haaren," weiche 1235/36 an die Ritter Roderich
und
Emmerant die "Erste Templeroffenbarung" gab, sich als "Isai" vorstellte,
also mit der
ursprünglich akkadischen (assyrisch/babylonischen) Ausformung des Namens
Isais.
Eine eventuelle Identität mit Isais mag aber dennoch offen bleiben.
Aufgrund jener ersten Isais-Erscheinung, nahm Hubertus, der aus der Gegend
von Linz
in Oberösterreich stammte, den direktesten Weg in die Heimat; zunächst nach
Alexandria, von dort mit dem Schiff nach Pisa und dann zu Pferde bis in die
deutschen
Alpen. Der "Berg des alten Gottes" ist Hubertus offenkundig sogleich als
der Untersberg
bei Salzburg, resp. Berchtesgaden, bekannt gewesen. Die Mythe von diesem
geheimen
Sitz Wotans war im Volksglauben wohl allgemein noch präsent.
Im Frühling es Jahres 1226, wenn nicht früher, erreichte Hubertus mit
einer kleinen Schar Getreuer den Untersberg und errichtete an dessen
Fuß, dem Ettenberg, zunächst ein bescheidenes Quartier. Vermutlich im
Frühsommer desselben Jahres erschien Isais dem Hubertus und seiner
Ritterschar erstmals an diesem Ort. Es war in der Stunde der Abendrots.
Isais trug weiße Frauenkleider und einen langen Zopf vor der linken
Schulter. So erteilte sie ihre ersten Instruktionen,' was sich bis zum
Herbst
1226 mehrfach wiederholte.
In dieser Zeit entstanden die ersten Teile der "Isais-Offenbarung." Im
übrigen wurde die "Komturei" ausgebaut. Im Herbst 1226 erschien Isais
eines Abends in Knappentracht, die jetzt offenen Haare wiesen ungefähr
bei den Hüften eine frische Schnittkante auf (dies entspricht der Darstellungsweise als Holzschnitzerei, die erhalten ist). So übergab Isais
den Rittern
ihre Geschenke:
Den Spiegel der Ischtara (Ischtar/ Freyja/Venus), mit dem
man in alle
Länder und Zeiten schauen kann; die zu einem Dolch umgearbeitete Spitze vom
Speer
Wodins (Wotan/Oidn/Marduk), mit dem man die Grenze zwischen Diesseits und
Jenseits durchdringen kann; und den oktaäderförmigen magischen schwarz-lila
Stein
(oder Kristall), den "IIua," eingewickelt in ein Stück ihrer Haare. Dazu
erteilte Isais
folgende Anweisungen: Der magische Stein, das wertvollste und wichtigste
ihrer
Geschenke, müsse unbedingt in das Stück von ihren Haaren eingewickelt
bleiben. So
sei er an einer sicheren Stelle im heiligen Berg zu verstecken. Was das
bedeute, würde
sie-den Rittern noch später enthüllen. Der Dolch und der Spiegel sollten
ein eigenes
Versteck erhalten, so daß diese Gegenstände bei Bedarf greifbar seien. Am
nächsten
Morgen erschien Isais erneut - nun wieder in Frauentracht und diktierte den
Rittern die
weiteren Teile der "Isais-Offenbarung" (deren Endredaktion als eine
zusammenhängende Schrift entstand wahrscheinlich erst 1238 auf Weisung des
Wiener Großkomturs Hugo). Fortan gab sich die kleine Ritterschar um
Hubertus den
Namen: "Die Herren von Schwarzen Stein." Diese Bezeichnung dürfte zwar keine
offizielle gewesen sein, wohl aber die in relevanten Kreisen gebräuchliche.
In den folgenden Jahren erschien Isais in unregelmäßigen Abständen.
Meistens in
Frauenkleidern, bis 1228 aber auch manchmal wieder in Knabentracht, wobei
der
Haarlängenunterschied jedesmal auffällt. « In den Jahren der "hohen
Unterweisung," von
1229 bis 1236, jedoch nur noch "in den prächtigsten Weibskleidern, die
Haare frei
wallend, und angetan mit allerlei kostbarem Schmuck." Im Herbst des Jahres
1236
endeten diese Isais-Erscheinungen - noch einmal aus der Morgendämmerung, wie
weiland zum allerersten mal bei den Ruinen von Ninive.
Mehrfach beschrieben ist übrigens das Phänomen, daß die Haarfarbe der Isais
sich mit
dem Tageslauf kontinuierlich von Hellblond über Rot und Braun bis zu
Schwarz wandeln
konnte. Dies fand, den Berichten zufolge, aber bloß unter freiem Himmel
statt, in
geschlossenen Räumen bleibt die Kupferfarbe konstant (diese Merkwürdigkeit
findet
sich auch in Berichten über angebliche Isais-Erscheinungen in der Neuzeit
wieder). In
der rund zehnjährigen Phase jener Isais-Erscheinungen am Untersberg, resp.
Ettenberg, wurde die Komturei ausgebaut, Neben den Rittern, gab es dort
bald auch
Frauen.
Wahrscheinlich noch im Jahre 1226, spätestens aber Anfang 1227, suchte
Hubertus
den Templer-Großkomtur der Komturate Süddeutschland und Norditalien in Wien
auf,
den Grafen Hugo von Weitenegg, der zugleich Haupt der eigenwilligen
"geheimwissenschaftlichen Sektion" des Ordens war, über deren Vorstellungen
nicht alles bekannt ist.
Auf dessen Veranlassung auch die "Große Figura" entstand. Es darf angenommen
werden,
daß diese Kontaktaufnahme auf Weisung der Isais hin erfolgte. Jedenfalls
gliederten "die
Herren vom Schwarzen Stein" sich in die geheimwissenschaftliche
Ordenssektion
ein. Der wichtigste Inhalt der "hohen Unterweisungen" ist im Ordensbuch "LN"
zusammen gefaßt worden, das jedoch verlorenging.
Was mit einiger
Sicherheit
darüber gesagt werden kann, ist wie folgt: Der magische "Schwarze Stein"
der Isais
ist mit speziellen weiblichen Schwingungen aufgeladen, die nach dem
Prinzip der
Affinität von Schwingungen den "Ilu-Strahl" (Alpha-Strahl) des "Neuen
Zeitalter der
Göttin" anziehen, welcher aus der magischen, unsichtbaren Sonne "Ilum"
kommt (der
sogenannten "Schwarzen Sonne"), wenn die Zeit dazu reif ist. Weil die
göttliche Macht
will, daß das Neue Äon von einem speziellen Punkt aus aufgeht und das
"Neue Reich"
von dem dort lebenden Volk errichtet wird, sorgt der magische Stein im
Untersberg
dafür, daß dies aufgrund seiner interkosmischen Anziehungskräfte
geschieht. Hier
kommen nun ergänzende Aspekte ins Spiel, die zum Teil auch mit der bereits
erwähnten "Ersten Templeroffenbarung" im Kontext stehen.
Die eigentliche Grundlage der Isais-Mythe ist durchaus christlich -
christlich im Sinne von
Marcion. In den Bruchstücken des laut. Marcion wahren Evangeliums Christi
ist die
folgende, heutzutage im Neuen Testament bei Matthäus 21.43-44 Stelle nur
teilweise
richtig wiedergegeben und unvollständig. Christus spricht dort: "Darum
sage ich euch
(Juden), das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben
werden, das seine Früchte bringt. Wer auf diesen Stein fällt, der wird
zerschmettert,
und auf wen er fällt, den wird er zermalmen." Nach marcionitischer
Überlieferung
wendete Christus sich dann einer Gruppe in römischen Diensten stehender
Germanen
zu, die seiner Rede gelauscht hatten, und sagte: "Diese sind es, von
deren Volk ich
sprach."
Bei dieser Gelegenheit: Ob Adolf Hitler seinen privaten Wohnsitz
"Berghof" am
Obersalzberg nahm, um im Wissen um den Isais-Aspekt durch das Fenster
seines
Arbeitszimmers auf den Untersberg blicken zu können, wie einige meinen,
bleibt wohl
eine kaum zu beantwortende Frage, sie erscheint auch nicht wichtig.
Anfang des XIII.
Jahrhunderts hat das soeben skizzierte urchristliche Motiv sich bei dem
Großkomtur
Weitenegg zu Wien mit der Idee eines römisch-germanischen IMPERIUM NOVUM
verbunden, wie es später, im XVI. Jahrhundert, der venezianische Ordo
Bucintoro
weiterverfolgte. Isais (italienisch Isaria) stand dort, obschon
bedeutend, sicherlich nicht
allein im Mittelpunkt der Dinge. In den 1920er bis 1940er Jahren griffen
Gruppen in
Deutschland, österreich, Ungarn und Italien diese Gedanken dann abermals
auf. Den
Anhängern all dieser Ideen mußte bald die Bildung "Achse Berlin-Rom" als
Auftakt zur
Erfüllung des IMPERIUM NOVUM erscheinen. Dabei wurde übersehen, daß, den
Isais-
Überlieferungen zufolge, die Zeit dafür noch lange nicht reif sein
konnte. Erst im
Aufgang des XXI. Jahrhunderts nähern wir uns dem geweissagten Zeitpunkt
an, ohne
daß jedoch eine Berechnung nach Jahr oder auch nur Jahrzehnt möglich wäre.
Für Weiteneggs SIGNUM SECRETUM TEMPLI gewann der tief violette
("schwarze"
Stein (Indigo/Pralada) der Isais eine zusätzliche Bedeutung. Dieser mit
weiblichen
Schwingungen aufgeladene Stein (oder Kristall) galt als das ergänzende
Gegenstück
zum mit männlichen Schwingungen aufgeladenen "Garil", der vom "Scheich ei
Dschebbel" aus altem Nachlaß des Babylonierkönigs Nebukadnezar II.
erworben
worden war (der "Gral," von Hasa ibn Sabbah arabisch geschrieben: g`r`l). Die erwogene Vereinigung
dieser
Schwingungskräfte in der "Großen Figura'' würde aber ein eigenes Thema
darstellen.
Wollen wir versuchen, einen "Charakter" der Isais zu definieren, so
begegnen uns ganz
unterschiedliche Eigenschaften in diesem Wesen. Ihre Erscheinung ist betont
weiblich,
aber oft eher mädchenhaft als fraulich. Offenbar finden an und in diesem
Wesen jedoch
immer wieder Verwandlungen statt, die manchmal sogar schnell aufeinander
folgen.
Das liebenswerte Mädchen kann zu mittelbar kämpferische Züge annehmen oder,
wie
besonders häufig, sich als geradezu übererotische Frau präsentieren. Die
starke
erotische Komponente leuchtet aus den Schriftfragmenten immer wieder
hervor. Ist in
Isais also vielleicht doch eine "Dämonin" zu vermuten? Den Buchstaben nach
spricht
einiges dafür, nennt sie selbst sich doch "Tochter von Kuthagracht" - also
aus dem
Dämonenreich.
So einfach können wir es uns aber nicht machen. denn die
übersetzte
Bezeichnung "Dämon" bedeutet in den relevanten Quellenschriften etwas völlig
anderes, als bei uns landläufig darunter verstanden wird; es hat dort
nichts mit finster
oder böse zu tun, sondern bedeutet etwa so viel wie "unabhängig von den
Göttern" -
und ebenso unabhängig von den Teufeln! Die "Dämonen" sind da die aktivsten
Gegner
des Teufels. Außerdem wurde Isais, so heißt es, von den Göttern selbst
herbeigerufen
und ausdrücklich für ihre Mission bestimmt. Ein finsteres Wesen ist Isais
also bestimmt
nicht. Ihre Maßstäbe sind bloß andere als die durch die Bibel, speziell das
sog. Alte
Testament (und durch den Koran oder durch buddhistische Lehren), heutzutage
weit
verbreiteten. Isais paßt in das Bild der antiken Götterwelten, wie das
Gilgamesch-Epos,
Homer, Vergil oder die Edda sie schildern - und in dieser Geisteswelt hat
sie ja aller
Wahrscheinlichkeit auch ihren Ursprung. Die Verquickung mit christlichen
Motiven stört
dies nicht, da wir stets in Rechnung zu stellen haben, daß hier von einem
marcionitischen Christentum die Rede ist - fern von dem, was die Kirchen
lehren.
Bestehen bleibt, daß Isais nicht ausschließlich "nette" Wesenszüge
aufweist. Ihr Tun ist
- dem Auftrag der Götter gemäß - konsequent auf das Erreichen des Ziels
ausgerichtet.
Und das heißt aus einem solchen Verständnis, in der Zwischenzeit, da die
Finsternis
auf Erden vorherrscht, wenn nötig alle Register zu ziehen, um den Sieg des
lichten
Äons zu beflügeln. Insofern ist Isais nicht leicht zu handhaben, weil in der
interkosmischen Auseinandersetzung zwischen dem Licht und der Finsternis
mit nur
"Nettigkeit" kein Erfolg erzielt werden kann (das wußten auch die Damen der
"Alldeutschen Gesellschaft für Metaphysik" wohl recht gut, worauf noch zu
kommen
sein wird).
Doch zunächst ein Zwischenblick in die unmittelbare Gegenwart. In den
vergangenen
lahrzehnten hat das Thema Isais wieder ein gewisses Interesse hervorgerufen
- nicht
zuletzt in der "esoterischen Ecke," die möglichst nichts Anstrengendes
will. Dabei sind
Irrtümer und falsche Darstellungen nicht ausgeblieben, wie sie sich auch
verschiedener
Orts noch heute im Handel befinden.- Dies betrifft nicht allein Schriften,
sondern auch
irreleitende Bilddarstellungen: Eine "Isais" mit einer kurzen Frisur, die allerdings nicht unbedingt männlich wirkt (seitlich gescheitelt, mit
einer auffallenden
Stirntolle). Ähnliche Darstellungen sind bei einer spätgnostischen Sekte um
Isaiae/Isaith
wohl tatsächlich häufig gewesen, welche jedoch nicht mit ISAIS identisch
ist noch mit
ihr gleichgesetzt werden kann. Der Ausgangspunkt dieser Fehlerhaftigkeit
liegt in den
1920er Jahren, über dessen Ursache noch gesprochen werden wird. Nun wäre ein
wichtiger Bezugspunkt zu erwähnen, der bereits angedeutet worden ist. Im
Jahre 1903
wurde die Isais-Mythe von der damaligen "Panbabylonischen Gesellschaft" zu
Wien
quasi wiederentdeckt. Aus dieser Vereinigung ging 1919 an der Peripherie
der "Thule-
Gesellschaft" unter der Leitung der jungen Wienerin Maria Orschitsch
(Orsic) die
"Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" mit Hauptsitz in München hervor.
Bald wurde
diese Gesellschaft auch "Vri-Il"- oder "Vril-Gesellschaft" genannt (vri-Il
gottähnlich). Die
jungen Damen dieser Gemeinschaft verfügten über gute Verbindungen zur
"Templer-
Erbengemeinschaft" in Wien, durch welche ihnen Originalunterlagen zugänglich
gemacht wurden; insbesondere von der Archivverwaltung DHvSS ("Die Herren vom
Schwarzen Stein" in Salzburg (die inzwischen nicht mehr besteht). Die
"Alldeutsche
Gesellschaft für Metaphysik" beschäftigte sich fortan u.a. mit der
Wiederbelebung und
Weiterführung der alten Mythen um Isais und den magischen "Schwarzen Stein"
sowie
die Idee vom IMPERIUM NOVUM im Neuen Zeitalter. 1938 oder 1939 nahm diese
Gesellschaft auch Fäden zu den Archivinhabern des alten venezianischen
Bucintoro-
Ordens auf. Der Isais-Aspekt galt für die "Alldeutsche Gesellschaft für
Metaphysik" als
ein wichtiger Bestandtem eines größeren Gefüges, zu weichem namentlich auch
die
Mythe um die "Große Figura'' und die kommende Herrschaft der Göttin Ischtar
(Venus)
im neuen Aon gehörte. In diesem Kreis taucht nun übrigens auch die magische
("schwarze") Sonne auf; allerdings in einer babylonischen Ausformung, die
jener auf der
Wewelsburg zwar ähnelt, dieser aber nicht bis ins Detail gleicht.
Von diesem Punkte aus gelangen wir nun auch an das "Isais-Symbol," das
näher zu
betrachten nicht uninteressant ist und auf alle Fälle zum Thema gehört. Im
historischen
Isais Umfeld des Mittelalters ist jenes blitzähnliche Zeichen nur zweimal
definitiv belegt:
An der geschnitzten Isais-Figur sowie auf einem Siegel - in beiden Fällen
klein,
keineswegs dominant. Dieses blitzförmige Zeichen versinnbildlicht den Blitz
des
göttlichen Lichts Ilu. Es findet sich bereits auf einer Speerspitze des
Assyrerkönigs
Sargon Il., welcher sich der Göttin Ischtar besonders zugetan und von
dieser geführt
fühlte, aber auch eine weibliche Genie "Isai" verehrte. Im deutschen
Mittelalter findet
sich dasselbe Zeichen, wie gesagt, nur sehr sporadisch bei den "Herren vom
Schwarzen Stein," wurde aber wohl doch als ein Sinnbild der Isais
verstanden.
Die "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" (die "Vril"-Gessellschaft",
wie sie formal
jedoch nie hieß) verwendete dieses Zeichen als ihr wichtigstes Symbol. Die
wahrscheinlich im Jahre 1941 entworfene eigene "Vril-Standarte" zeigt es in
Weiß auf
Schwarz und Violett, wobei Weiß für Silber steht. Diese Farbkombination -
Schwarz-
Silber-Violett, die Farben der Isais - hat vermutlich in Assyrien oder
Babylonien ihren
Ursprung,
ohne daß es aus jener Zeit eine sichere Sinndefinition dafür gäbe.
Die
"Vril-Gesellschaft"
übernahm Zeichen und Farben und ordneten alledem folgende Bedeutung zu: Die
violette Farbe steht für das göttliche Licht (Ilu/Pralada) des Neuen
Zeitalters. Das
Schwarz bezeichnet das gegenwärtige Zeitalter der Finsternis. Der silberne
(weiße)
Blitz meint jene Kraft, die dem göttlichen Licht des neuen Äons den Weg
durch die
Finsternis in das irdische Diesseits bahnt. Soweit die neuzeitliche
Auslegung. In den
Jahren zwischen 1922 und 1945 wurde jener Blitz in "Vril"-Kreisen der
"Saetta Ilua"
genannt - der Ilu-Blitz (Staetta ist das italienische Wort für Blitz;
besonders nach Bildung
der Achse Berlin-Rom waren italienische Begriffe in Deutschland sehr
beliebt). Bei
Umwandlung der spirituellen Gemeinschaft in die Firma "Antriebstechnische
Werkstätten o.H.G.'' im Jahre 1934 wurde der "Saetta Ilua" auch zum
Firmenlogo (aus
der Arbeit dieser Firma sollen übrigens die unkonventionellen Fluggeräte
der Serien
"RFZ" und "Vril" hervorgegangen sein sowie die Grundlagen für die
"Haunebu"/"Do-Stra"-
Geräte). Als die Nazis im Jahre 1941 sämtliche esoterischen Vereinigungen
verboten,
betraf dies die "Vril-Gesellschaft" also in keiner Weise. In der 1920er
Jahren war ein
besonders aktuelles Anliegen dieser DamenGemeinschaft der Kulturkampf gegen
die
Entwürdigung der Frau durch kurze Frisuren, was darüber hinaus aber auch
quasi-
magische Aspekte enthielt. So wurde nach einer Abstimmung im Jahre 1922 die
Verpflichtung zu langen Haaren für alle weiblichen Mitglieder der
Gemeinschaft
festgelegt. Am Rande der Gesellschaft kam es zur Abspaltung einer kleinen
Gruppe,
weiche sich der herrschenden Mode dennoch unterwerfen wollte. Durch diese
wiederum gelangten Bruchstücke der Unterlagen aus dem Salzburger Archiv in
die
Hände einer geschäftstüchtigen okkultistischen Gruppe, die unbedarften
Menschen
mittels Hokus-Pokus Geld aus den Taschen zog. Diese Gruppe präsentierte
dann eine
"modernisierte Isais" mit kurzer Frisur. Ende 1923, nach dem die Templer-
Erbengemeinschaft alle Originaldarstellungen, Siegel etc. mit Hilfe des
Bildmarkenrechts unter juridischen Schutz hatte stellen lassen, wurden die
falschen
Darstellungen aus dem Verkehr gezogen, tauchten jedoch 1926 sporadisch
abermals
im OkkultismusGeschäft auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen solche
Falschdarstellungen erneut in den Handel. Der Grund für die
"Modernisierung" des
"Isais"-Bilds ist sicherlich einfach erklärt: Zur geschäftlichen Ausnutzung
eignet sich ein
"Isais-Bild", mit dem möglichst viele Frauen der gegenwärtigen Zeit sich
identifizieren
können, am besten. Zugleich ist wohl auch eine Enterotisierung beabsichtigt
gewesen.
Die richtige Isais-Darstellung ist die der Isais mit langen Haaren, wobei
es die
Ausformung vor der "Höllenreise" mit bodenlangem Haar gibt, die in
Frauentracht mit
fast bis zu den Kniekehlen reichender Länge und die Form in Knabentracht
mit ungefähr
hüftlangem Haar.
Sämtliche Darstellungen einer "Isais" mit kurzer Frisur
sind somit
entweder Fälschung oder Irrtum.
Einige wenige Originaldarstellungen der Isais aus der Ettenberg-Zeit sind
heute noch in
guterhaltenem Zustand vorhanden. So eine aus Holz geschnitzte Figur (ca.
1235), von
der Dr. H. Reiterich 1916 eine exakte
Zeichnung angefertigt hat, eine noch ältere Zeichnung auf Holz (ca. 1230)
und verschiedene Siegel.
Das Isais-Amulett sowie das Malok-Siegel sind wahrscheinlich
rekonstruiert worden. dann allerdings schon in verhältnismäßig früher
Zeit.
Aus der Jetztzeit gibt es mehrere 'medial' angefertigte Zeichnungen, die
zumindest verblüffend genannt werden dürfen, obschon solche
Medialzeichnungen natürlich keine Sicherheit bieten können.
Als ungewiß muß gelten, ob das Frauenbild in einem Siegel des Ordo
Bucintoro (Venedig um 1520) Isais abbildet. Die Ähnlichkeit zu einigen der
'Medialzeichnungen' erscheint aber bemerkenswert, da die Personen, von
denen diese Skizzen angefertigt wurden, das besagte Bucintoro-Siegel
unmöglich kennen konnten.
Hinsichtlich der Isais-Schriften können als echt, resp. originalgetreu in
Gegenwartsdeutsch übertragen, folgende gelten: Die "Isais-Offenbarung" (der
Anfang
sicher, spätere Teile streckenweise ungewiß) sowie der kleine Text
"Hoffnung". Die
umfangreiche Dichtung "Isais Höllenreise" (nicht zu verwechseln mit der nur
wenige
Blätter umfassenden Fälschung!) darf als zumindest aussagekräftig angesehen
werden. Manche andere Textfragmente harren noch ihrer genauen Überprüfung.
Gut in Gegenwartsdeutsch übertragen ist der als "Hymnus" bekannte,
Originaltext:
Aus dem Lichte des Mondes., aus dem Dunkel der Nacht, kommst Du herbei,
Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser stets gedacht.
So weit zu einigen Daten und Fakten um den Isais-Aspekt, die sich
stichhaltig erfassen
lassen.
Aus dem Lichte des Mondes ...
Über die wichtigsten historischen Hintergründe um Isais haben wir bereits
gesprochen,
so weit diese erfaßbar sind. Das war gewissermaßen die Zusammenstellung der
mehr
oder weniger meßbaren Fakten. Nun soll von jenen Aspekten die Rede sein,
die sich
nicht rational fassen lassen - vom möglichen objektiven Wirken der Isais
und von ihrer
unleugbaren subjektiven Wirkung, wobei das eine zumindest teilweise aus dem
anderen hervorgeht. Die Ausdrucksweise zeigt bereits an, im folgenden soll
davon
ausgegangen werden, daß Isais als Wesen real existiert; und zwar als ein
quasi
diesseitsfähiges Wesen des Jenseits, nicht bloß als reflektierendes
Metagebilde.
Reflektierende Metagebilde waren zahlreiche "Götter" des Altertums (nicht
alle, aber die
meisten sind nichts anderes gewesen - wie übrigens auch viele "Heilige" des
katholischen Glaubens). Deren an vielen Orten aufgestellte, immer sehr
ähnlich
aussehende Standbilder hatten den Zweck, aufgrund der Verehrung (Anbetung) durch möglichst viele Menschen
kraft deren
Gedanken auf der Meta-Ebene, auf weicher unsere Gedanken zeitweilig als
Feinstoffgebilde materialisieren, ein Abbild der betreffenden "Gottheit" zu
erschaffen,
welches dann als Kraftreflektor diente. Dies war im Altertum die
eigentliche Funktion
der "Götzenbilder," und solche Metareflektoren sind durchaus wirkungsvoll
gewesen.
Mochte das einfach Volk davon auch kaum etwas ahnen, so war es Herrschern
und
Oberpriesterschaft doch sehr gut vertraut. Darum zerstörten beispielsweise
die alten
Israeliten die Götterbilder der von ihnen in Palästina unterworfenen
Völker; und andere,
wie Babylonier, Assyrer oder Perser, brachten erbeutete Götterstatuen in
ihren eigenen
Tempeln unter. Immer ging es darum, die gegnerischen Kraftreflektoren zu
neutralisieren, wenn nicht gar zu vernichten.
Die Kirche folgte diesem
Beispiel aus
demselben Grund.
Das Prinzip der Metareflektoren hatte auch später in
abgewandelter
Form weiterhin Bedeutung und hat sie bis in die gegenwärtige Zeit, Isais
kommt als
"Meta-Gottheit" eindeutig nicht in Betracht. Selbst intensivste
Gedankenkräfte der
wenigen Menschen, die sich ihr zuwandten - die überhaupt von ihr wußten -
wären
außerstande gewesen, ein ausreichend starkes Metagebilde zu produzieren,
denn dies
bedarf der Ballung zumindest mehrerer tausend Gedankenprojektoren
(Anbeter). Auch
ist die ganze Konzeption von Isais jener von Metagebilden grundlegend
verschieden.
Die zur Isais gehörige Glaubensgrundlage ist im ersten Teil der
IsaisOffenbarung
niedergelegt.
Die para-/kosmologische Basis entspricht fast bis ins Detail
der des Ilu
Ischtar und der des Karthager-Buchs oder auch der Jovian-Offenbarung (Teil
der Ur-
Johannes-Apokalypse).
Da die Isais-Offenbarung bereits vollständig wiedergegeben wurde, genügt es
an dieser
Stelle, nochmals knapp anzumerken, daß die Grundlage der Isais-Mythe im
Glauben an
einen umfassenden jenseitigen Überkosmos besteht, von dem aus Wesen des
Jenseits - wie eben Isais im Diesseits wirksam werden können und dies auch
tun; daß
zugleich eine permanente Auseinandersetzung zwischen den Mächten des Lichts
und
den Mächten der Finsternis stattfindet, die sich auch auf einen Kampf um die
Vorherrschaft auf der Erde erstreckt. Die widerstreitenden Mächte sind auf
der einen
Seite die Hölle, die Macht der Finsternis. Deren Herr der EI Schaddai-Jahwe
des sog.
Alten Testaments der Bibel ist - dieser ist demnach also kein Gott, sondern
im
Gegenteil der oberste Teufel (siehe dazu auch im NT die Spur Johannes
8,44).
Auf der
anderen Seite stehen die göttlichen Kräfte des Lichts, als deren höchste
Verwirklichung
auf Erden die Menschwerdung Christi zu sehen ist. Zu den Mächten des Lichts
zählen
aber auch viele gutartige Wesen verschiedenster Art. Auch verstorbene
Menschen
beteiligen sich, als nun mehr jenseitige Wesen, an diesem Kampf. Eine
"Reinkarnation"
gibt es also nicht. Nach dem irdischen Sterben setzt sich das Leben im
Jenseits fort,
ohne daß ein Verlust des persönlichen Ich-Bewußtseins stattfände.
Den maßgeblichen Systemen folgend, ist Isais ein jenseitiges Wesen, das auf
Seiten
der lichten Macht eine hervorragende Rolle in dem geschilderten Kampf
innehat. Dieser
Streit wird, wie schon gesagt, nicht allein auf der Erde und nicht nur um diese ausgetragen. Daher sind auch
Wesenheiten
wie Isais nicht ständig hier "im Einsatz." Die Erde stellt aber insofern
einen besonderen
Zankapfel dar, wie der Teufel (der Schaddain), unsere Weit zu besitzen
beansprucht,
um sie in ein Abbild seiner Hölle umzuwandeln. Überdies benötigt er Blut-
und
Brandopfer an Mensch und Tier zur Mehrung seiner Kräfte.
Dies greift in die
Geschichte
der Tieropfer und Ritualmorde, die beinahe so alt wie die Menschheit ist.
Sogar die
Kreuzigung Christi ist hier einzureihen; darum wurde Christus, entgegen der
Üblichkeit
bei Kreuzigungen, angenagelt - weil bei einem Menschenopferritual Blut
fließen mußte!
Blut- und Brandopfer an Mensch und Tier, wie auch Frauenhaaropfer, sind die
Kraftquellen der höllischen Finsternis. Das Blutopferritual liegt auch dem
Schächten
von Tieren zugrunde, nicht nur im Judentum, ebenso im Islam
(Halal-Schlachten).. Und
weiter heutzutage: Metzeleien durch jede Art von Waffen in ungezählten
Kriegen,
Attentate mit oder ohne Selbstmord - das alles stärkt die finstere Macht.
Morde sind in
der "modernen westlichen Gesellschaft" ohnehin allenthalben an der
Tagesordnung -
immer öfter auch an Kindern, meistens Mädchen, was möglicher-weise kein
Zufall ist.
Aus der Perspektive der Isais und ihrer Anhängerschaft, leben wir jetzt
schon im Vorhof
der Hölle. So, wie es der Prophezeiung entspricht, denn erst wenn der Satan
fast
vollständig alle Macht auf Erden an sich reißen konnte, weil verworfene
Menschen
finsteren Geistes ihm dazu dienen, erst dann wird es ein jähes Ende nehmen -
mit ihm
und allen seinen Knechten der Finsternis.
So steht es in alten Texte
geschrieben, ganz
ähnlich auch noch in der Johannes-Apokalypse des Neuen Testaments. Der große
Endkampf, die "Hermageddon-Schlacht," bahnt sich gerade in diesen Jahren
offenkundig ihren Weg in die Menschheitsgeschichte.
Dies ist ein zentraler
Bestandteil
des Isais-Aspekts.
Das also wäre in skizzierter Form das Szenario, in dem Isais auf Seiten der
lichten
Kräfte agiert. Wie tut sie das, was wirkt, das bewirkt sie? Ein kleiner
Teil dieser
komplexen Frage beantwortet sich schon ganz allein durch diese Zeilen,
bezeugt deren
Erscheinen doch, daß es Menschen gibt - vermutlich gar nicht so wenige -,
die sich für
Isais interessieren, sich womöglich durch sie angesprochen fühlen und also
auch ihre
Partei ergreifen - was wiederum heißt, daß Menschen durch Isais die lichten
Kräfte
unterstützen wollen und dies vielleicht auch tun. In dieser Wirkensweise -
von einem
zum andren und von diesem zum nächsten - in der Bildung von beinahe
persönlichen
Beziehungen, scheint eines der markanten Vorgehendprinzipien der Isais zu
liegen.
Stets wendete sie sich einzelnen zu, die dann wiederum weiterführten, was
von ihr
ausging.
Wir können vielleicht sogar sagen: Isais sucht sich "ihre Leute"
aus; wobei die
unfehlbare Gesetzmäßigkeit der Schwingungsaffinität zum Tragen kommt. Zu
Isais fühlt
sich nur hingezogen, wer die adäquate Eigenschwingung hat. Und da dies aus
quasi
"hyperphysikalischen" Gründen gar nicht anders möglich ist, kommen auch
niemals
Irrtümer vor. Somit könnte es beispielsweise (rein theoretisch gesprochen)
auch kaum
eine um-fassende, gar missionierende, "Isais-Religion" geben. Die
"IsaisSchwingung"
ist in der Eigenschwingung des einzelnen vorhanden - von
Ewigkeit her - oder nicht. Wer sich also von Isais angezogen fühlt, ob
Mann oder Frau,
ist Isais auch wesens- und schwingungsverwandt. Anderenfalls würde er
oder sie sich
gar nicht näher für dieses Thema interessieren. Darüber wird noch näher
zu sprechen
sein, nach dem wir die andere Ebene beleuchtet haben, nämlich die
jenseitige, auf der
Isais wohl in anderer Weise wirkt. Viel können wir davon freilich nicht
wissen, können
nur Rückschlüsse aus diesen Aspekt erhellenden Überlieferungen ziehen.
Der Kampf
zwischen Licht und Finsternis wird, so heißt es, zu einem großen Teil in
den Sphären
des Überkosmos ausgetragen, besonders in jener alles, auch unseren Kosmos,
umfangenden und durchdringenden Generalschwingungsebene, die "das grüne
Land"
genannt wird. Da hat Isais, zusammen mit anderen Wesen des Lichts,
vermutlich
vieles zu tun, wovon wir uns keine genaue Vorstellung bilden können.
Eines nur wissen
wir darüber sehr gut, sofern wir den entsprechenden Texten glauben
schenken
wollen, und dieses eine ist, daß die auf Erden verstorbenen Anhänger der
Isais
"drüben" mit ihr gemeinsam den Kampf weiterführen. Denn jene, so heißt
es, die Isais'
Getreue sind, kommen nach dem irdischen Sterben zu ihr, um von dort aus
mannigfaltig weiterzuwirken.
Bleiben wir jedoch auf der Erde, in unserem hiesigen Leben, um zu
schauen, wie die
Isais-Verbindung zustandekommt, resp. sich entwickelt, wenn wir wiederum
annehmen, was überliefert ist.
Nochmals zitiert sei nun der bekannte 'Hymnus', denn dieser beinhaltet
viel. Er lautet in
der Übertragung in neuzeitliches Deutsch:
Aus dem Lichte des Mondes, aus dem Dunkel der Nacht, kommst Du herbei,
Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser stets gedacht.
Zunächst: Warum aus dem Lichte des Mondes? Isais ist nie als ein Wesen
der Nacht
oder des Dunkels in Erscheinung getreten; sie kam stets, so heißt es, aus
der
Morgendämmerung oder dem Morgenrot, der Abenddämmerung oder dem Abendrot.
Der Schlüssel zu diesem anscheinenden Rätsel ist der Mond! Schon die
Upanischaden der alten Arier wissen zu lehren: "Der Mond ist das Tor zur
jenseitigen
Welt." Darum geht es. Der Mond gilt hier als "spiritueller Transmitter."
Im Gegensatz zu
allen anderen, rein anorganischen, Himmelskörpern, besitzt der Mond
demnach einen
"Astralkörper." Er ist insofern wirklich ein Tor zur jenseitigen Welt.
Das Licht des
Mondes ist somit auch mehr als ein Widerschein. Gewiß, Mondschein ist
reflektiertes
Sonnenlicht. Aber woraus besteht Sonnenlicht? Die neuzeitliche
Wissenschaft
entdeckte den "Sonnenwind" und pflanzte auf dem Mond sogar Auffangsegel
zur
Messung der Sonnenwindpartikel auf. Da ist also mehr. Alte Völker wußten
dies längst,
und jedem, der durch Isais belehrt wurde, ist es bekannt.
Den Hymnus und das Bild der Isais dem Monde entgegenzudenken gedanklich
zuzusenden -, bedeutet, den Kontrakt mit ihr herzustellen. Es handelt
sich dabei um
kein Gebet, denn Isais will nicht etwa angebetet sein. Vielmehr ist es
wiederum ein
Vorgang, den wir, um ein Wort dafür zu haben, hyperphysikalisch" nennen
wollen. Was
geschieht dabei: Worte und Bild, in unseren Gedanken ausgeformt,
durchziehen
zunächst die Meta-Ebene. Dank der affinen Schwingung, die jene winzigen
Teilchen
tragen, welche die Wissenschaft Sonnenwind nennt, bleibt das Gedankenbild
der Isais
nicht auf der Meta-Ebene haften, sondern wandert, durch den bewußt
gesprochenen
oder gedachten rhythmischen Hymnus "auf Kurs" gehalten, zum Mond.
Dort.gleitet
diese "Gedankensendung" durch den Grobstoff des Mondes hindurch und in
dessen
"Astralkörper" hinein. Und dieser ist wie ein "Briefkasten zum Jenseits.
" Isais, die wohl
seit Jahrtausenden ihren "Mondbriefkasten" unterhält, empfängt also ihre
"Post." Ist
deren Schwingung adäquat, so wird sie den "Brief" beantworten. Da Zeit
"drüben" in
den Sphären des Jenseits ein anderer Begriff ist als bei uns im Irdischen
und Isais
"eine Menge zu tun" hat, kann die Antwort früher oder später erfolgen -
doch sie erfolgt
sicher, wollen wir den überlieferten Berichterstattungen glauben. Aus dem
Lichte des
Mondes, aus dem Dunkel der Nacht, Diese Worte wären damit gedeutet. Doch
weiter:
Kommst Du herbei, Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser
stets
gedacht. In diesen Zeilen ist zunächst das Verhältnis geklärt, weiches
Isais zu den ihr
zugetanen Menschen hat; es ist ein geschwisterliches. Dann aber wird
gesagt, daß
jene, die sich Isais zuwenden, ihr von Ewigkeit her nahe sind. Um dies
ganz zu
verstehen, ist die Lektüre der Parakosmologie notwendig. Dies drückt
gleichsam die
Voraussetzung der persönlichen Schwingungsaffinität aus.
An diesem Punkte wollen wir schließen. Jede Leserin und jeder Leser wird
nun schon
merken, wird spüren, ob jene unverkennbare Schwingungsaffinität sich regt
- und
vielleicht auch, ob da plötzlich ein Gefühl aufkommt, das zuraunen will:
Diese Sätze
sind doch sehr vertraut, dies: Aus dem Lichte des Mondes ... Denn gibt es
auch keine
"Reinkarnation," so doch sehr wohl das zeitweilige Nahesein wesens- und
seelenverwandter Menschen, die einstens schon auf dieser Erde lebten und
von ihrem
Wissen einiges weitervermitteln - ganz aus der Stille.
Hoffnung!