Einleitung zur Isais-Offenbarung


In den letzten zwei Jahrzehnten des vergangenen XX. Jahrhundert hat die lange vergessen gewesene Isais-Offenbarung - die Gestalt der Isais überhaupt - wieder einiges Interesse hervorgerufen. Noch immer gehört dieser Text zu den geheimnisumwobenen Schriften, über die es an vollständigem Hintergrundwissen mangelt, so daß mitunter der Phantasie über Gebühr freie Bahn eingeräumt zu sein scheint. Dies um so mehr, wie das Gros der Originalvorlagen, soweit diese bis in gegenwärtige Zeit überdauert hatten, in den Wirren des Jahres 1945 verlorenging.

In den Jahren zwischen etwa 1985 und 1995 wurde der Text in unterschiedlichen Ausführungen veröffentlicht, inhaltlich dem allgemeinen Wissensstand gemäß zwar bis auf wenige Stellen weitgehend richtig, jedoch oft mit ganz oder teilweise falschen Illustrationen. Die entsprechenden Verlage können dafür nicht verantwortlich gemacht werden - das galt jedenfalls bis 1996/97, da es bis dahin nirgends zugängliche Quellen gab, um die Irrtümer zu beseitigen. Dies ist inzwischen anders.

Nach dem verfügbaren Wissensstand, erfolgte die Isais-Offenbarung in den Jahren 1226 bis 1228 am Ettenberg, am Fuße des Untersbergs zwischen Berchtesgaden und Salzburg, an den Tempelritter Hubertus und dessen engste Gefolgschaft. Die Zusammenfassung zu einer durchgehenden Schrift fand erst 1238 statt, vermutlich auf Weisung des Wiener Templer-Großkomturs Hugo Graf Weitenegg.

Im Jahre 1983 fand in Wien eine vollständige Neuübertragung des Texts ins Gegenwartsdeutsche statt, die 1984 verfügbar wurde, jedoch an einigen wenigen Stellen nicht gänzlich richtig war. Um die Jahreswende 2001/2002 wurde auf Anregung der Templer-Erbengemeinschaft/STM unter abermaligem Vergleich mit dem Originaltext, so weit noch vorhanden, resp. den erhaltenen Abschriften, die notwendige Detailkorrektur vorgenommen. Diese bezog sich insbesondere auf die Reinigung des Textes von einer mit Sicherheit erst in der Neuzeit eingefügten Passage über einen angeblichen "Tempel des Schwarzen Steins" etc., die dem Original völlig fremd ist.

Die nun mehr vorliegende Übertragung der Isais-Offenbarung basiert auf dem Urtext sowie auf der aus zwei Teilen bestehenden ersten Übertragung ins Gegenwartsdeutsche, die 1862 und 1971 angefertigt worden waren.

Die vollständige Erstübertragung von 1862 ging 1945 zusammen mit den meisten Originalunterlagen um Isais, Die Herren vom Schwarzen Stein etc. verloren Genauer gesagt wurde all dies von den damaligen Sachwaltern vernichtet, um das für die Zukunft des Reiches als wichtig betrachtetes Material, dessen Inhalt man kannte, nicht in die Hände der Alliierten fallen zu lassen. Die Gelegenheit, noch eine sichere Verwahrung der Papiere zu bewerkstelligen, war bei den sich überstürzenden Ereignissen offenbar nicht gegeben. Diese Vorgehensweise kann allein aus der damals herrschenden Lage verstanden werden.

Die Wiedergabe der Isais-Offenbarung entspricht der Originalform, soweit sie erhalten ist. Diese weist keine Untergliederungen oder Versnummerierungen auf.


Kommentar ...


Schon Goethe sagt so voller Weisheit, die Menschen erschüfen sich ihren Gott nach ihrem Ebenbild. Die Menschen aber sind zumeist schwach, daher erschaffen sie sich schwache Götter. Der moderne Mensch des XX. Jahrhunderts ist am schwächsten, er trägt die Stärke nur selten. Die wahre ISAIS hat mit solchen nichts zu tun, sie kehrt ihnen den Rücken. Darum finden heutzutage so wenige einen Zugang zu ihr, denn sie ist stark und verlangt Stärke. Der mittelalterlichen Mythe nach, vererbt sich das Sehen der ISAIS mit dem Blute derer, die sie sich selbst einst bestimmt hat.

Isais - Geschichtliches

Suchen wir in der bekannten Menschheitsgeschichte nach Spuren der überirdischen Wesenheit Isais (Göttin' wäre die falsche Bezeichnung), so erscheinen solche zunächst rar, und wo wir einige Spuren entdecken, fällt bei näherem Hinsehen auf, daß sie in unregelmäßigen Intervallen zu erkennen sind. Dies mag Gründe haben, in denen ein Sinn verborgen liegt.

Eingangs ist es nötig, verschiedene namensähnliche, nicht aber identische, Erscheinungen zu behandeln.
Die häufigste Verwechslung fand in jüngerer Vergangenheit mit "Isiae" statt, einer vom IV. bis Vl. Jahrhundert n.Chr. von kleinen griechischgnostischen Sekten verehrten Ableitung der Isis, wobei die Züge der ägyptischen Göttin jedoch in geradezu grotesker Weise verzerrt waren. Dabei ist zu bedenken, daß die ägyptische Isis zeitweilig im gesamten Imperium Romanum verehrt wurde. Schon zu dieser Zeit kam es in verschiedenen Regionen zu Mißdeutungen oder Vermengungen mit jeweis einheimischen Kulten vermengt. Jene Isiae griff in den 1920er Jahren der Dichter Gustav Meyrink für seinen Roman "Der Engel vom westlichen Fenster" auf. Er nannte die böse Dämonin des Buchs jedoch Isais, was bald zu manchen Irrtümern leitete. Meyrink war damals als okkultistischer Schriftsteller sehr bekannt, etwa durch Werke, wie "Der Golem'' oder "Das Grüne Gesicht" sowie "Der weiße Dominikaner."
Als ambitionierter Mystiker, hatte Gustav Meyrink auch, Verbindung zu Wiener Kreisen gesucht, von denen er einiges über die Geschichte der ISAIS nebst Hintergründen erfuhr, darüber hinaus von der 'Figura Baphomet' etc.; Motive, die er in abgewandelter Form verwendete. Da gewissenhafte Recherche offenbar nie Meyrinks Angelegenheit war, vermischte er ISAIS mit Isiae, um dies für seinen wenig historischen Roman um den englischen Alchimisten John Dee zu verwenden. Sowohl zeitverschoben wie auch sinnverwirrt, bringt Meyrink Motive aus dem Umfeld der Templer-Gruppierung "Die Herren vom Schwarzen Stein" ins Spiel, welche der deutsch-italienischen "geheimwissenschaftlichen Sektion" des Ordens (SIGNUM SECRETUM TEMPLI) unterstand. So taucht auch bei Meyrink ein magischer "schwarzer Stein" auf, jedoch völlig verschieden vom Schwarzen Stein der Tempelritter. Als Widersacherin des Alchimisten John Dee läßt Meyrink eine "Schwarze Isais" auftauchen, die mit der historisch richtigen Form nichts gemeinsam hat. Wie wenig dieser Dichter sich an wahre Grundlagen hält, zeigt auch, daß er Kaiser Rudolph II. zur Zeit des Auftauchens von John Dee am Hof als siechen Greis schildert, während der Kaiser damals gerade 31 Jahre alt war, und ihn überdies mit Rabbi Löw in engen Zusammenhang bringt. Einer ' "Adaptation" unterzieht Meyrink auch den 'Isais-Hymnus' ("Aus dem Lichte des Mondes ... ).
Hinsichtlich der Beschreibung des Äußern der "Isais" vermeidet es Meyrink, konkret zu werden. Der von ihm ausgemalte "Isais-Kult" läßt jedoch keinen Fehler aus, da der Dichter die bizarren Rituale einer gnostischen Isiae-Sekte mit dem tatsächlichen Isais-Aspekt verwechselt.
Schließlich bauen Meyrinks Systeme auf dem Glauben an Reinkarnation auf, welcher dem ISAIS-Mythos diametral zuwiderläuft und von den geheimwissenschaftlichen Templern als Irrlehre geradezu bekämpft wurde. Kurz gesagt: Meyrinks "Isais", samt allem Drumherum, hat mit, dem historischen ISAIS-Aspekt nichts zu tun.

Eine weitere irrtümliche Gleichsetzung kam zeitweilig mit "Isaith" auf, einer spätphönikischen Sekte. Diese Isaith wurde als "heimliche Tochter" der ägyptischen Gott-heiten Isis und Seth gesehen. In den 1920er Jahren ist es hier zu verwirrenden Vermengungen gekommen, die endlich durch das Engagement von Mitgliedern der "Deutschen vorderasiatischen Gesellschaft" aufgeklärt wurden.

Die ISAIS des Ritters Hubertus (ob dieser wirklich 'Koch' hieß, ist ungewiß)und der "Herren von Schwarzen Stein," von der es im folgenden zu sprechen gilt, wird erstmals im Jahre 1226 tatsächlich faßbar. Es bestehen jedoch Hinweise darauf, daß diese ISAIS mit der weitgehend unbekannten, aber durchaus bezeugten, assyrischen "Isai" gleichzusetzen sein könnte, die in alt-assyrischer Zeit als besonderes Bezugswesen Tiglath Pheleser I. auftaucht und in neuassyrischer Zeit in ähnlicher Weise bei Sargon II. Darauf wird im Zusammenhang mit dem "Isais-Blitz" noch einzugehen sein - eine Bezeichnung übrigens, die ganz jungen Datums ist.
Den fragmentarisch erhaltenen Darstellungen des Hubertus folgend, erschien ihm Isais erstmals, als er im Anschluß an seine Kreuzzugstätigkeit den Orient durchreiste, wobei er u.a. einen quasidiplomatischen Besuch bei Hasan ibn Sannah auf der Festung Amalaut in den iranischen Bergen unternahm.
Dies läßt darauf schließen, daß Hubertus schon zu jener Zeit mit dem Templerorden zumindest enge Verbindung hatte. Ob der dem Orden damals bereits direkt angehörte, ist ungewiß. Auf dem Rückweg von Amalaut nach Akkon, rastete Hubertus auf einem ausgedehnten Ruinenfeld, bei dem es sich seiner Überzeugung nach um die Überreste der einstigen assyrischen Hauptstadt Ninive handelte. Ob es sich tatsächlich um die Ruinen von Ninive handelte, läßt sich heutzutage nicht mit Sicherheit sagen, es handelte sich aber wohl auf alle Fälle um assyrische Spuren.
Als Ritter Hubertus dort in der Morgendämmerung erwachte, stand vor ihm eine zierliche ("mädchenhafte" Frauengestalt, "deren kupferfarbenes Haar gleich einer Fahne flatterte, obwohl kein Wind blies" - eben Isais. Die mädchenhafte Frauenerscheinung hieß ihn, mit seinen engsten Getreuen zum "Berg des alten Gottes" in seiner Heimat zu ziehen und dort auf sie zu warten, denn sie habe ihm Wichtiges mitzuteilen. Hubertus muß von dieser Erscheinung sehr beeindruckt gewesen sein, er schildert Isais - sicherlich unbewußt - in geradezu erotisch anmutender Weise.
Diese erste Erscheinung der Isais gegenüber Hubertus bei den assyrischen Ruinen sowie die Tatsache, daß auch die höchstwahrscheinlich echten Teile der Isais- Offenbarung unverkennbar einige assyrisch-babylonische Momente enthalten, erlaubt den Rückschluß des mesopotamischen Ursprungs dieser Wesenheit, die wohl am besten als Halbgöttin bezeichnet wäre.

Angemerkt sei an dieser Stelle, daß die allgemein als Ischtar identifizierte Göttin "mit bis zum Boden reichenden braunen Haaren," weiche 1235/36 an die Ritter Roderich und Emmerant die "Erste Templeroffenbarung" gab, sich als "Isai" vorstellte, also mit der ursprünglich akkadischen (assyrisch/babylonischen) Ausformung des Namens Isais. Eine eventuelle Identität mit Isais mag aber dennoch offen bleiben.

Aufgrund jener ersten Isais-Erscheinung, nahm Hubertus, der aus der Gegend von Linz in Oberösterreich stammte, den direktesten Weg in die Heimat; zunächst nach Alexandria, von dort mit dem Schiff nach Pisa und dann zu Pferde bis in die deutschen Alpen. Der "Berg des alten Gottes" ist Hubertus offenkundig sogleich als der Untersberg bei Salzburg, resp. Berchtesgaden, bekannt gewesen. Die Mythe von diesem geheimen Sitz Wotans war im Volksglauben wohl allgemein noch präsent.
Im Frühling es Jahres 1226, wenn nicht früher, erreichte Hubertus mit einer kleinen Schar Getreuer den Untersberg und errichtete an dessen Fuß, dem Ettenberg, zunächst ein bescheidenes Quartier. Vermutlich im Frühsommer desselben Jahres erschien Isais dem Hubertus und seiner Ritterschar erstmals an diesem Ort. Es war in der Stunde der Abendrots. Isais trug weiße Frauenkleider und einen langen Zopf vor der linken Schulter. So erteilte sie ihre ersten Instruktionen,' was sich bis zum Herbst 1226 mehrfach wiederholte.
In dieser Zeit entstanden die ersten Teile der "Isais-Offenbarung." Im übrigen wurde die "Komturei" ausgebaut. Im Herbst 1226 erschien Isais eines Abends in Knappentracht, die jetzt offenen Haare wiesen ungefähr bei den Hüften eine frische Schnittkante auf (dies entspricht der Darstellungsweise als Holzschnitzerei, die erhalten ist). So übergab Isais den Rittern ihre Geschenke:
Den Spiegel der Ischtara (Ischtar/ Freyja/Venus), mit dem man in alle Länder und Zeiten schauen kann; die zu einem Dolch umgearbeitete Spitze vom Speer Wodins (Wotan/Oidn/Marduk), mit dem man die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits durchdringen kann; und den oktaäderförmigen magischen schwarz-lila Stein (oder Kristall), den "IIua," eingewickelt in ein Stück ihrer Haare. Dazu erteilte Isais folgende Anweisungen: Der magische Stein, das wertvollste und wichtigste ihrer Geschenke, müsse unbedingt in das Stück von ihren Haaren eingewickelt bleiben. So sei er an einer sicheren Stelle im heiligen Berg zu verstecken. Was das bedeute, würde sie-den Rittern noch später enthüllen. Der Dolch und der Spiegel sollten ein eigenes Versteck erhalten, so daß diese Gegenstände bei Bedarf greifbar seien. Am nächsten Morgen erschien Isais erneut - nun wieder in Frauentracht und diktierte den Rittern die weiteren Teile der "Isais-Offenbarung" (deren Endredaktion als eine zusammenhängende Schrift entstand wahrscheinlich erst 1238 auf Weisung des Wiener Großkomturs Hugo). Fortan gab sich die kleine Ritterschar um Hubertus den Namen: "Die Herren von Schwarzen Stein." Diese Bezeichnung dürfte zwar keine offizielle gewesen sein, wohl aber die in relevanten Kreisen gebräuchliche.

In den folgenden Jahren erschien Isais in unregelmäßigen Abständen. Meistens in Frauenkleidern, bis 1228 aber auch manchmal wieder in Knabentracht, wobei der Haarlängenunterschied jedesmal auffällt. « In den Jahren der "hohen Unterweisung," von 1229 bis 1236, jedoch nur noch "in den prächtigsten Weibskleidern, die Haare frei wallend, und angetan mit allerlei kostbarem Schmuck." Im Herbst des Jahres 1236 endeten diese Isais-Erscheinungen - noch einmal aus der Morgendämmerung, wie weiland zum allerersten mal bei den Ruinen von Ninive.
Mehrfach beschrieben ist übrigens das Phänomen, daß die Haarfarbe der Isais sich mit dem Tageslauf kontinuierlich von Hellblond über Rot und Braun bis zu Schwarz wandeln konnte. Dies fand, den Berichten zufolge, aber bloß unter freiem Himmel statt, in geschlossenen Räumen bleibt die Kupferfarbe konstant (diese Merkwürdigkeit findet sich auch in Berichten über angebliche Isais-Erscheinungen in der Neuzeit wieder). In der rund zehnjährigen Phase jener Isais-Erscheinungen am Untersberg, resp. Ettenberg, wurde die Komturei ausgebaut, Neben den Rittern, gab es dort bald auch Frauen.

Wahrscheinlich noch im Jahre 1226, spätestens aber Anfang 1227, suchte Hubertus den Templer-Großkomtur der Komturate Süddeutschland und Norditalien in Wien auf, den Grafen Hugo von Weitenegg, der zugleich Haupt der eigenwilligen "geheimwissenschaftlichen Sektion" des Ordens war, über deren Vorstellungen nicht alles bekannt ist.
Auf dessen Veranlassung auch die "Große Figura" entstand. Es darf angenommen werden, daß diese Kontaktaufnahme auf Weisung der Isais hin erfolgte. Jedenfalls gliederten "die Herren vom Schwarzen Stein" sich in die geheimwissenschaftliche Ordenssektion ein. Der wichtigste Inhalt der "hohen Unterweisungen" ist im Ordensbuch "LN" zusammen gefaßt worden, das jedoch verlorenging.

Was mit einiger Sicherheit darüber gesagt werden kann, ist wie folgt: Der magische "Schwarze Stein" der Isais ist mit speziellen weiblichen Schwingungen aufgeladen, die nach dem Prinzip der Affinität von Schwingungen den "Ilu-Strahl" (Alpha-Strahl) des "Neuen Zeitalter der Göttin" anziehen, welcher aus der magischen, unsichtbaren Sonne "Ilum" kommt (der sogenannten "Schwarzen Sonne"), wenn die Zeit dazu reif ist. Weil die göttliche Macht will, daß das Neue Äon von einem speziellen Punkt aus aufgeht und das "Neue Reich" von dem dort lebenden Volk errichtet wird, sorgt der magische Stein im Untersberg dafür, daß dies aufgrund seiner interkosmischen Anziehungskräfte geschieht. Hier kommen nun ergänzende Aspekte ins Spiel, die zum Teil auch mit der bereits erwähnten "Ersten Templeroffenbarung" im Kontext stehen.

Die eigentliche Grundlage der Isais-Mythe ist durchaus christlich - christlich im Sinne von Marcion. In den Bruchstücken des laut. Marcion wahren Evangeliums Christi ist die folgende, heutzutage im Neuen Testament bei Matthäus 21.43-44 Stelle nur teilweise richtig wiedergegeben und unvollständig. Christus spricht dort: "Darum sage ich euch (Juden), das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert, und auf wen er fällt, den wird er zermalmen." Nach marcionitischer Überlieferung wendete Christus sich dann einer Gruppe in römischen Diensten stehender Germanen zu, die seiner Rede gelauscht hatten, und sagte: "Diese sind es, von deren Volk ich sprach."
Bei dieser Gelegenheit: Ob Adolf Hitler seinen privaten Wohnsitz "Berghof" am Obersalzberg nahm, um im Wissen um den Isais-Aspekt durch das Fenster seines Arbeitszimmers auf den Untersberg blicken zu können, wie einige meinen, bleibt wohl eine kaum zu beantwortende Frage, sie erscheint auch nicht wichtig.

Anfang des XIII. Jahrhunderts hat das soeben skizzierte urchristliche Motiv sich bei dem Großkomtur Weitenegg zu Wien mit der Idee eines römisch-germanischen IMPERIUM NOVUM verbunden, wie es später, im XVI. Jahrhundert, der venezianische Ordo Bucintoro weiterverfolgte. Isais (italienisch Isaria) stand dort, obschon bedeutend, sicherlich nicht allein im Mittelpunkt der Dinge. In den 1920er bis 1940er Jahren griffen Gruppen in Deutschland, österreich, Ungarn und Italien diese Gedanken dann abermals auf. Den Anhängern all dieser Ideen mußte bald die Bildung "Achse Berlin-Rom" als Auftakt zur Erfüllung des IMPERIUM NOVUM erscheinen. Dabei wurde übersehen, daß, den Isais- Überlieferungen zufolge, die Zeit dafür noch lange nicht reif sein konnte. Erst im Aufgang des XXI. Jahrhunderts nähern wir uns dem geweissagten Zeitpunkt an, ohne daß jedoch eine Berechnung nach Jahr oder auch nur Jahrzehnt möglich wäre.
Für Weiteneggs SIGNUM SECRETUM TEMPLI gewann der tief violette ("schwarze" Stein (Indigo/Pralada) der Isais eine zusätzliche Bedeutung. Dieser mit weiblichen Schwingungen aufgeladene Stein (oder Kristall) galt als das ergänzende Gegenstück zum mit männlichen Schwingungen aufgeladenen "Garil", der vom "Scheich ei Dschebbel" aus altem Nachlaß des Babylonierkönigs Nebukadnezar II. erworben worden war (der "Gral," von Hasa ibn Sabbah arabisch geschrieben: g`r`l). Die erwogene Vereinigung dieser Schwingungskräfte in der "Großen Figura'' würde aber ein eigenes Thema darstellen.

Wollen wir versuchen, einen "Charakter" der Isais zu definieren, so begegnen uns ganz unterschiedliche Eigenschaften in diesem Wesen. Ihre Erscheinung ist betont weiblich, aber oft eher mädchenhaft als fraulich. Offenbar finden an und in diesem Wesen jedoch immer wieder Verwandlungen statt, die manchmal sogar schnell aufeinander folgen. Das liebenswerte Mädchen kann zu mittelbar kämpferische Züge annehmen oder, wie besonders häufig, sich als geradezu übererotische Frau präsentieren. Die starke erotische Komponente leuchtet aus den Schriftfragmenten immer wieder hervor. Ist in Isais also vielleicht doch eine "Dämonin" zu vermuten? Den Buchstaben nach spricht einiges dafür, nennt sie selbst sich doch "Tochter von Kuthagracht" - also aus dem Dämonenreich.
So einfach können wir es uns aber nicht machen. denn die übersetzte Bezeichnung "Dämon" bedeutet in den relevanten Quellenschriften etwas völlig anderes, als bei uns landläufig darunter verstanden wird; es hat dort nichts mit finster oder böse zu tun, sondern bedeutet etwa so viel wie "unabhängig von den Göttern" - und ebenso unabhängig von den Teufeln! Die "Dämonen" sind da die aktivsten Gegner des Teufels. Außerdem wurde Isais, so heißt es, von den Göttern selbst herbeigerufen und ausdrücklich für ihre Mission bestimmt. Ein finsteres Wesen ist Isais also bestimmt nicht. Ihre Maßstäbe sind bloß andere als die durch die Bibel, speziell das sog. Alte Testament (und durch den Koran oder durch buddhistische Lehren), heutzutage weit verbreiteten. Isais paßt in das Bild der antiken Götterwelten, wie das Gilgamesch-Epos, Homer, Vergil oder die Edda sie schildern - und in dieser Geisteswelt hat sie ja aller Wahrscheinlichkeit auch ihren Ursprung. Die Verquickung mit christlichen Motiven stört dies nicht, da wir stets in Rechnung zu stellen haben, daß hier von einem marcionitischen Christentum die Rede ist - fern von dem, was die Kirchen lehren.
Bestehen bleibt, daß Isais nicht ausschließlich "nette" Wesenszüge aufweist. Ihr Tun ist - dem Auftrag der Götter gemäß - konsequent auf das Erreichen des Ziels ausgerichtet. Und das heißt aus einem solchen Verständnis, in der Zwischenzeit, da die Finsternis auf Erden vorherrscht, wenn nötig alle Register zu ziehen, um den Sieg des lichten Äons zu beflügeln. Insofern ist Isais nicht leicht zu handhaben, weil in der interkosmischen Auseinandersetzung zwischen dem Licht und der Finsternis mit nur "Nettigkeit" kein Erfolg erzielt werden kann (das wußten auch die Damen der "Alldeutschen Gesellschaft für Metaphysik" wohl recht gut, worauf noch zu kommen sein wird).

Doch zunächst ein Zwischenblick in die unmittelbare Gegenwart. In den vergangenen lahrzehnten hat das Thema Isais wieder ein gewisses Interesse hervorgerufen - nicht zuletzt in der "esoterischen Ecke," die möglichst nichts Anstrengendes will. Dabei sind Irrtümer und falsche Darstellungen nicht ausgeblieben, wie sie sich auch verschiedener Orts noch heute im Handel befinden.- Dies betrifft nicht allein Schriften, sondern auch irreleitende Bilddarstellungen: Eine "Isais" mit einer kurzen Frisur, die allerdings nicht unbedingt männlich wirkt (seitlich gescheitelt, mit einer auffallenden Stirntolle). Ähnliche Darstellungen sind bei einer spätgnostischen Sekte um Isaiae/Isaith wohl tatsächlich häufig gewesen, welche jedoch nicht mit ISAIS identisch ist noch mit ihr gleichgesetzt werden kann. Der Ausgangspunkt dieser Fehlerhaftigkeit liegt in den 1920er Jahren, über dessen Ursache noch gesprochen werden wird. Nun wäre ein wichtiger Bezugspunkt zu erwähnen, der bereits angedeutet worden ist. Im Jahre 1903 wurde die Isais-Mythe von der damaligen "Panbabylonischen Gesellschaft" zu Wien quasi wiederentdeckt. Aus dieser Vereinigung ging 1919 an der Peripherie der "Thule- Gesellschaft" unter der Leitung der jungen Wienerin Maria Orschitsch (Orsic) die "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" mit Hauptsitz in München hervor.
Bald wurde diese Gesellschaft auch "Vri-Il"- oder "Vril-Gesellschaft" genannt (vri-Il gottähnlich). Die jungen Damen dieser Gemeinschaft verfügten über gute Verbindungen zur "Templer- Erbengemeinschaft" in Wien, durch welche ihnen Originalunterlagen zugänglich gemacht wurden; insbesondere von der Archivverwaltung DHvSS ("Die Herren vom Schwarzen Stein" in Salzburg (die inzwischen nicht mehr besteht). Die "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" beschäftigte sich fortan u.a. mit der Wiederbelebung und Weiterführung der alten Mythen um Isais und den magischen "Schwarzen Stein" sowie die Idee vom IMPERIUM NOVUM im Neuen Zeitalter. 1938 oder 1939 nahm diese Gesellschaft auch Fäden zu den Archivinhabern des alten venezianischen Bucintoro- Ordens auf. Der Isais-Aspekt galt für die "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" als ein wichtiger Bestandtem eines größeren Gefüges, zu weichem namentlich auch die Mythe um die "Große Figura'' und die kommende Herrschaft der Göttin Ischtar (Venus) im neuen Aon gehörte. In diesem Kreis taucht nun übrigens auch die magische ("schwarze") Sonne auf; allerdings in einer babylonischen Ausformung, die jener auf der Wewelsburg zwar ähnelt, dieser aber nicht bis ins Detail gleicht.

Von diesem Punkte aus gelangen wir nun auch an das "Isais-Symbol," das näher zu betrachten nicht uninteressant ist und auf alle Fälle zum Thema gehört. Im historischen Isais Umfeld des Mittelalters ist jenes blitzähnliche Zeichen nur zweimal definitiv belegt:
An der geschnitzten Isais-Figur sowie auf einem Siegel - in beiden Fällen klein, keineswegs dominant. Dieses blitzförmige Zeichen versinnbildlicht den Blitz des göttlichen Lichts Ilu. Es findet sich bereits auf einer Speerspitze des Assyrerkönigs Sargon Il., welcher sich der Göttin Ischtar besonders zugetan und von dieser geführt fühlte, aber auch eine weibliche Genie "Isai" verehrte. Im deutschen Mittelalter findet sich dasselbe Zeichen, wie gesagt, nur sehr sporadisch bei den "Herren vom Schwarzen Stein," wurde aber wohl doch als ein Sinnbild der Isais verstanden.

Die "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik" (die "Vril"-Gessellschaft", wie sie formal jedoch nie hieß) verwendete dieses Zeichen als ihr wichtigstes Symbol. Die wahrscheinlich im Jahre 1941 entworfene eigene "Vril-Standarte" zeigt es in Weiß auf Schwarz und Violett, wobei Weiß für Silber steht. Diese Farbkombination - Schwarz- Silber-Violett, die Farben der Isais - hat vermutlich in Assyrien oder Babylonien ihren Ursprung, ohne daß es aus jener Zeit eine sichere Sinndefinition dafür gäbe.
Die "Vril-Gesellschaft" übernahm Zeichen und Farben und ordneten alledem folgende Bedeutung zu: Die violette Farbe steht für das göttliche Licht (Ilu/Pralada) des Neuen Zeitalters. Das Schwarz bezeichnet das gegenwärtige Zeitalter der Finsternis. Der silberne (weiße) Blitz meint jene Kraft, die dem göttlichen Licht des neuen Äons den Weg durch die Finsternis in das irdische Diesseits bahnt. Soweit die neuzeitliche Auslegung. In den Jahren zwischen 1922 und 1945 wurde jener Blitz in "Vril"-Kreisen der "Saetta Ilua" genannt - der Ilu-Blitz (Staetta ist das italienische Wort für Blitz; besonders nach Bildung der Achse Berlin-Rom waren italienische Begriffe in Deutschland sehr beliebt). Bei Umwandlung der spirituellen Gemeinschaft in die Firma "Antriebstechnische Werkstätten o.H.G.'' im Jahre 1934 wurde der "Saetta Ilua" auch zum Firmenlogo (aus der Arbeit dieser Firma sollen übrigens die unkonventionellen Fluggeräte der Serien "RFZ" und "Vril" hervorgegangen sein sowie die Grundlagen für die "Haunebu"/"Do-Stra"- Geräte). Als die Nazis im Jahre 1941 sämtliche esoterischen Vereinigungen verboten, betraf dies die "Vril-Gesellschaft" also in keiner Weise. In der 1920er Jahren war ein besonders aktuelles Anliegen dieser DamenGemeinschaft der Kulturkampf gegen die Entwürdigung der Frau durch kurze Frisuren, was darüber hinaus aber auch quasi- magische Aspekte enthielt. So wurde nach einer Abstimmung im Jahre 1922 die Verpflichtung zu langen Haaren für alle weiblichen Mitglieder der Gemeinschaft festgelegt. Am Rande der Gesellschaft kam es zur Abspaltung einer kleinen Gruppe, weiche sich der herrschenden Mode dennoch unterwerfen wollte. Durch diese wiederum gelangten Bruchstücke der Unterlagen aus dem Salzburger Archiv in die Hände einer geschäftstüchtigen okkultistischen Gruppe, die unbedarften Menschen mittels Hokus-Pokus Geld aus den Taschen zog. Diese Gruppe präsentierte dann eine "modernisierte Isais" mit kurzer Frisur. Ende 1923, nach dem die Templer- Erbengemeinschaft alle Originaldarstellungen, Siegel etc. mit Hilfe des Bildmarkenrechts unter juridischen Schutz hatte stellen lassen, wurden die falschen Darstellungen aus dem Verkehr gezogen, tauchten jedoch 1926 sporadisch abermals im OkkultismusGeschäft auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen solche Falschdarstellungen erneut in den Handel. Der Grund für die "Modernisierung" des "Isais"-Bilds ist sicherlich einfach erklärt: Zur geschäftlichen Ausnutzung eignet sich ein "Isais-Bild", mit dem möglichst viele Frauen der gegenwärtigen Zeit sich identifizieren können, am besten. Zugleich ist wohl auch eine Enterotisierung beabsichtigt gewesen.
Die richtige Isais-Darstellung ist die der Isais mit langen Haaren, wobei es die Ausformung vor der "Höllenreise" mit bodenlangem Haar gibt, die in Frauentracht mit fast bis zu den Kniekehlen reichender Länge und die Form in Knabentracht mit ungefähr hüftlangem Haar.
Sämtliche Darstellungen einer "Isais" mit kurzer Frisur sind somit entweder Fälschung oder Irrtum.

Einige wenige Originaldarstellungen der Isais aus der Ettenberg-Zeit sind heute noch in guterhaltenem Zustand vorhanden. So eine aus Holz geschnitzte Figur (ca. 1235), von der Dr. H. Reiterich 1916 eine exakte Zeichnung angefertigt hat, eine noch ältere Zeichnung auf Holz (ca. 1230) und verschiedene Siegel.
Das Isais-Amulett sowie das Malok-Siegel sind wahrscheinlich rekonstruiert worden. dann allerdings schon in verhältnismäßig früher Zeit.
Aus der Jetztzeit gibt es mehrere 'medial' angefertigte Zeichnungen, die zumindest verblüffend genannt werden dürfen, obschon solche Medialzeichnungen natürlich keine Sicherheit bieten können.
Als ungewiß muß gelten, ob das Frauenbild in einem Siegel des Ordo Bucintoro (Venedig um 1520) Isais abbildet. Die Ähnlichkeit zu einigen der 'Medialzeichnungen' erscheint aber bemerkenswert, da die Personen, von denen diese Skizzen angefertigt wurden, das besagte Bucintoro-Siegel unmöglich kennen konnten.

Hinsichtlich der Isais-Schriften können als echt, resp. originalgetreu in Gegenwartsdeutsch übertragen, folgende gelten: Die "Isais-Offenbarung" (der Anfang sicher, spätere Teile streckenweise ungewiß) sowie der kleine Text "Hoffnung". Die umfangreiche Dichtung "Isais Höllenreise" (nicht zu verwechseln mit der nur wenige Blätter umfassenden Fälschung!) darf als zumindest aussagekräftig angesehen werden. Manche andere Textfragmente harren noch ihrer genauen Überprüfung.
Gut in Gegenwartsdeutsch übertragen ist der als "Hymnus" bekannte, Originaltext:
Aus dem Lichte des Mondes., aus dem Dunkel der Nacht, kommst Du herbei, Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser stets gedacht.

So weit zu einigen Daten und Fakten um den Isais-Aspekt, die sich stichhaltig erfassen lassen.

Aus dem Lichte des Mondes ...
Über die wichtigsten historischen Hintergründe um Isais haben wir bereits gesprochen, so weit diese erfaßbar sind. Das war gewissermaßen die Zusammenstellung der mehr oder weniger meßbaren Fakten. Nun soll von jenen Aspekten die Rede sein, die sich nicht rational fassen lassen - vom möglichen objektiven Wirken der Isais und von ihrer unleugbaren subjektiven Wirkung, wobei das eine zumindest teilweise aus dem anderen hervorgeht. Die Ausdrucksweise zeigt bereits an, im folgenden soll davon ausgegangen werden, daß Isais als Wesen real existiert; und zwar als ein quasi diesseitsfähiges Wesen des Jenseits, nicht bloß als reflektierendes Metagebilde.
Reflektierende Metagebilde waren zahlreiche "Götter" des Altertums (nicht alle, aber die meisten sind nichts anderes gewesen - wie übrigens auch viele "Heilige" des katholischen Glaubens). Deren an vielen Orten aufgestellte, immer sehr ähnlich aussehende Standbilder hatten den Zweck, aufgrund der Verehrung (Anbetung) durch möglichst viele Menschen kraft deren Gedanken auf der Meta-Ebene, auf weicher unsere Gedanken zeitweilig als Feinstoffgebilde materialisieren, ein Abbild der betreffenden "Gottheit" zu erschaffen, welches dann als Kraftreflektor diente. Dies war im Altertum die eigentliche Funktion der "Götzenbilder," und solche Metareflektoren sind durchaus wirkungsvoll gewesen.
Mochte das einfach Volk davon auch kaum etwas ahnen, so war es Herrschern und Oberpriesterschaft doch sehr gut vertraut. Darum zerstörten beispielsweise die alten Israeliten die Götterbilder der von ihnen in Palästina unterworfenen Völker; und andere, wie Babylonier, Assyrer oder Perser, brachten erbeutete Götterstatuen in ihren eigenen Tempeln unter. Immer ging es darum, die gegnerischen Kraftreflektoren zu neutralisieren, wenn nicht gar zu vernichten.
Die Kirche folgte diesem Beispiel aus demselben Grund.
Das Prinzip der Metareflektoren hatte auch später in abgewandelter Form weiterhin Bedeutung und hat sie bis in die gegenwärtige Zeit, Isais kommt als "Meta-Gottheit" eindeutig nicht in Betracht. Selbst intensivste Gedankenkräfte der wenigen Menschen, die sich ihr zuwandten - die überhaupt von ihr wußten - wären außerstande gewesen, ein ausreichend starkes Metagebilde zu produzieren, denn dies bedarf der Ballung zumindest mehrerer tausend Gedankenprojektoren (Anbeter). Auch ist die ganze Konzeption von Isais jener von Metagebilden grundlegend verschieden.
Die zur Isais gehörige Glaubensgrundlage ist im ersten Teil der IsaisOffenbarung niedergelegt.
Die para-/kosmologische Basis entspricht fast bis ins Detail der des Ilu Ischtar und der des Karthager-Buchs oder auch der Jovian-Offenbarung (Teil der Ur- Johannes-Apokalypse).

Da die Isais-Offenbarung bereits vollständig wiedergegeben wurde, genügt es an dieser Stelle, nochmals knapp anzumerken, daß die Grundlage der Isais-Mythe im Glauben an einen umfassenden jenseitigen Überkosmos besteht, von dem aus Wesen des Jenseits - wie eben Isais im Diesseits wirksam werden können und dies auch tun; daß zugleich eine permanente Auseinandersetzung zwischen den Mächten des Lichts und den Mächten der Finsternis stattfindet, die sich auch auf einen Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde erstreckt. Die widerstreitenden Mächte sind auf der einen Seite die Hölle, die Macht der Finsternis. Deren Herr der EI Schaddai-Jahwe des sog. Alten Testaments der Bibel ist - dieser ist demnach also kein Gott, sondern im Gegenteil der oberste Teufel (siehe dazu auch im NT die Spur Johannes 8,44).
Auf der anderen Seite stehen die göttlichen Kräfte des Lichts, als deren höchste Verwirklichung auf Erden die Menschwerdung Christi zu sehen ist. Zu den Mächten des Lichts zählen aber auch viele gutartige Wesen verschiedenster Art. Auch verstorbene Menschen beteiligen sich, als nun mehr jenseitige Wesen, an diesem Kampf. Eine "Reinkarnation" gibt es also nicht. Nach dem irdischen Sterben setzt sich das Leben im Jenseits fort, ohne daß ein Verlust des persönlichen Ich-Bewußtseins stattfände.

Den maßgeblichen Systemen folgend, ist Isais ein jenseitiges Wesen, das auf Seiten der lichten Macht eine hervorragende Rolle in dem geschilderten Kampf innehat. Dieser Streit wird, wie schon gesagt, nicht allein auf der Erde und nicht nur um diese ausgetragen. Daher sind auch Wesenheiten wie Isais nicht ständig hier "im Einsatz." Die Erde stellt aber insofern einen besonderen Zankapfel dar, wie der Teufel (der Schaddain), unsere Weit zu besitzen beansprucht, um sie in ein Abbild seiner Hölle umzuwandeln. Überdies benötigt er Blut- und Brandopfer an Mensch und Tier zur Mehrung seiner Kräfte.

Dies greift in die Geschichte der Tieropfer und Ritualmorde, die beinahe so alt wie die Menschheit ist.
Sogar die Kreuzigung Christi ist hier einzureihen; darum wurde Christus, entgegen der Üblichkeit bei Kreuzigungen, angenagelt - weil bei einem Menschenopferritual Blut fließen mußte!
Blut- und Brandopfer an Mensch und Tier, wie auch Frauenhaaropfer, sind die Kraftquellen der höllischen Finsternis. Das Blutopferritual liegt auch dem Schächten von Tieren zugrunde, nicht nur im Judentum, ebenso im Islam (Halal-Schlachten).. Und weiter heutzutage: Metzeleien durch jede Art von Waffen in ungezählten Kriegen, Attentate mit oder ohne Selbstmord - das alles stärkt die finstere Macht.
Morde sind in der "modernen westlichen Gesellschaft" ohnehin allenthalben an der Tagesordnung - immer öfter auch an Kindern, meistens Mädchen, was möglicher-weise kein Zufall ist.

Aus der Perspektive der Isais und ihrer Anhängerschaft, leben wir jetzt schon im Vorhof der Hölle. So, wie es der Prophezeiung entspricht, denn erst wenn der Satan fast vollständig alle Macht auf Erden an sich reißen konnte, weil verworfene Menschen finsteren Geistes ihm dazu dienen, erst dann wird es ein jähes Ende nehmen - mit ihm und allen seinen Knechten der Finsternis.
So steht es in alten Texte geschrieben, ganz ähnlich auch noch in der Johannes-Apokalypse des Neuen Testaments. Der große Endkampf, die "Hermageddon-Schlacht," bahnt sich gerade in diesen Jahren offenkundig ihren Weg in die Menschheitsgeschichte.
Dies ist ein zentraler Bestandteil des Isais-Aspekts.

Das also wäre in skizzierter Form das Szenario, in dem Isais auf Seiten der lichten Kräfte agiert. Wie tut sie das, was wirkt, das bewirkt sie? Ein kleiner Teil dieser komplexen Frage beantwortet sich schon ganz allein durch diese Zeilen, bezeugt deren Erscheinen doch, daß es Menschen gibt - vermutlich gar nicht so wenige -, die sich für Isais interessieren, sich womöglich durch sie angesprochen fühlen und also auch ihre Partei ergreifen - was wiederum heißt, daß Menschen durch Isais die lichten Kräfte unterstützen wollen und dies vielleicht auch tun. In dieser Wirkensweise - von einem zum andren und von diesem zum nächsten - in der Bildung von beinahe persönlichen Beziehungen, scheint eines der markanten Vorgehendprinzipien der Isais zu liegen.
Stets wendete sie sich einzelnen zu, die dann wiederum weiterführten, was von ihr ausging.

Wir können vielleicht sogar sagen: Isais sucht sich "ihre Leute" aus; wobei die unfehlbare Gesetzmäßigkeit der Schwingungsaffinität zum Tragen kommt. Zu Isais fühlt sich nur hingezogen, wer die adäquate Eigenschwingung hat. Und da dies aus quasi "hyperphysikalischen" Gründen gar nicht anders möglich ist, kommen auch niemals Irrtümer vor. Somit könnte es beispielsweise (rein theoretisch gesprochen) auch kaum eine um-fassende, gar missionierende, "Isais-Religion" geben. Die "IsaisSchwingung" ist in der Eigenschwingung des einzelnen vorhanden - von Ewigkeit her - oder nicht. Wer sich also von Isais angezogen fühlt, ob Mann oder Frau, ist Isais auch wesens- und schwingungsverwandt. Anderenfalls würde er oder sie sich gar nicht näher für dieses Thema interessieren. Darüber wird noch näher zu sprechen sein, nach dem wir die andere Ebene beleuchtet haben, nämlich die jenseitige, auf der Isais wohl in anderer Weise wirkt. Viel können wir davon freilich nicht wissen, können nur Rückschlüsse aus diesen Aspekt erhellenden Überlieferungen ziehen.
Der Kampf zwischen Licht und Finsternis wird, so heißt es, zu einem großen Teil in den Sphären des Überkosmos ausgetragen, besonders in jener alles, auch unseren Kosmos, umfangenden und durchdringenden Generalschwingungsebene, die "das grüne Land" genannt wird. Da hat Isais, zusammen mit anderen Wesen des Lichts, vermutlich vieles zu tun, wovon wir uns keine genaue Vorstellung bilden können.
Eines nur wissen wir darüber sehr gut, sofern wir den entsprechenden Texten glauben schenken wollen, und dieses eine ist, daß die auf Erden verstorbenen Anhänger der Isais "drüben" mit ihr gemeinsam den Kampf weiterführen. Denn jene, so heißt es, die Isais' Getreue sind, kommen nach dem irdischen Sterben zu ihr, um von dort aus mannigfaltig weiterzuwirken.

Bleiben wir jedoch auf der Erde, in unserem hiesigen Leben, um zu schauen, wie die Isais-Verbindung zustandekommt, resp. sich entwickelt, wenn wir wiederum annehmen, was überliefert ist.
Nochmals zitiert sei nun der bekannte 'Hymnus', denn dieser beinhaltet viel. Er lautet in der Übertragung in neuzeitliches Deutsch:
Aus dem Lichte des Mondes, aus dem Dunkel der Nacht, kommst Du herbei, Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser stets gedacht.
Zunächst: Warum aus dem Lichte des Mondes? Isais ist nie als ein Wesen der Nacht oder des Dunkels in Erscheinung getreten; sie kam stets, so heißt es, aus der Morgendämmerung oder dem Morgenrot, der Abenddämmerung oder dem Abendrot.
Der Schlüssel zu diesem anscheinenden Rätsel ist der Mond! Schon die Upanischaden der alten Arier wissen zu lehren: "Der Mond ist das Tor zur jenseitigen Welt." Darum geht es. Der Mond gilt hier als "spiritueller Transmitter." Im Gegensatz zu allen anderen, rein anorganischen, Himmelskörpern, besitzt der Mond demnach einen "Astralkörper." Er ist insofern wirklich ein Tor zur jenseitigen Welt. Das Licht des Mondes ist somit auch mehr als ein Widerschein. Gewiß, Mondschein ist reflektiertes Sonnenlicht. Aber woraus besteht Sonnenlicht? Die neuzeitliche Wissenschaft entdeckte den "Sonnenwind" und pflanzte auf dem Mond sogar Auffangsegel zur Messung der Sonnenwindpartikel auf. Da ist also mehr. Alte Völker wußten dies längst, und jedem, der durch Isais belehrt wurde, ist es bekannt.
Den Hymnus und das Bild der Isais dem Monde entgegenzudenken gedanklich zuzusenden -, bedeutet, den Kontrakt mit ihr herzustellen. Es handelt sich dabei um kein Gebet, denn Isais will nicht etwa angebetet sein. Vielmehr ist es wiederum ein Vorgang, den wir, um ein Wort dafür zu haben, hyperphysikalisch" nennen wollen. Was geschieht dabei: Worte und Bild, in unseren Gedanken ausgeformt, durchziehen zunächst die Meta-Ebene. Dank der affinen Schwingung, die jene winzigen Teilchen tragen, welche die Wissenschaft Sonnenwind nennt, bleibt das Gedankenbild der Isais nicht auf der Meta-Ebene haften, sondern wandert, durch den bewußt gesprochenen oder gedachten rhythmischen Hymnus "auf Kurs" gehalten, zum Mond.
Dort.gleitet diese "Gedankensendung" durch den Grobstoff des Mondes hindurch und in dessen "Astralkörper" hinein. Und dieser ist wie ein "Briefkasten zum Jenseits. " Isais, die wohl seit Jahrtausenden ihren "Mondbriefkasten" unterhält, empfängt also ihre "Post." Ist deren Schwingung adäquat, so wird sie den "Brief" beantworten. Da Zeit "drüben" in den Sphären des Jenseits ein anderer Begriff ist als bei uns im Irdischen und Isais "eine Menge zu tun" hat, kann die Antwort früher oder später erfolgen - doch sie erfolgt sicher, wollen wir den überlieferten Berichterstattungen glauben. Aus dem Lichte des Mondes, aus dem Dunkel der Nacht, Diese Worte wären damit gedeutet. Doch weiter: Kommst Du herbei, Schwester Isai', die Du immer uns gesehen, die Du unser stets gedacht. In diesen Zeilen ist zunächst das Verhältnis geklärt, weiches Isais zu den ihr zugetanen Menschen hat; es ist ein geschwisterliches. Dann aber wird gesagt, daß jene, die sich Isais zuwenden, ihr von Ewigkeit her nahe sind. Um dies ganz zu verstehen, ist die Lektüre der Parakosmologie notwendig. Dies drückt gleichsam die Voraussetzung der persönlichen Schwingungsaffinität aus.

An diesem Punkte wollen wir schließen. Jede Leserin und jeder Leser wird nun schon merken, wird spüren, ob jene unverkennbare Schwingungsaffinität sich regt - und vielleicht auch, ob da plötzlich ein Gefühl aufkommt, das zuraunen will:
Diese Sätze sind doch sehr vertraut, dies: Aus dem Lichte des Mondes ... Denn gibt es auch keine "Reinkarnation," so doch sehr wohl das zeitweilige Nahesein wesens- und seelenverwandter Menschen, die einstens schon auf dieser Erde lebten und von ihrem Wissen einiges weitervermitteln - ganz aus der Stille.

Hoffnung!