Erläuterungen+Kommentar


Zum ersten Kapitel:

Hier sind einige stimmungsmäßige Verwandtschaften zum Anfang des Johannes-Evangeliums zu spüren, etwa 1.1 oder 1.6. Das ist wahrscheinlich auf die Bekanntheit des Ilu-Ischtar in frühchristlichen Kreisen zurückzuführen.
Manches spricht auch nach Theologenansicht dafür, daß der Verfasser desjenigen Textes, aus dem das NT-Johannes-Evangelium wurde, Marcion gewesen sei.
Über die Zeit Sargon 1. herrscht seitens der Wissenschaft noch eine gewisse Uneinigkeit.
Annahme : Der Herrscher Sargon von Akkad (ca. 2350-2279 v. Chr.) gilt als Gründer des Akkadischen Großreiches, nachdem es in Mesopotamien zur damaligen Zeit nur Stadtstaaten gab.
Thale-Hubpur meint - wahrscheinlich im Gegensatz zu "Thale" selbst - die "Heilige Insel", die dort ist, wo einstmals auch die geheimnisvolle Insel der Seeligen (siehe Gilgamesch-Epos) war -, warscheinlich die deutsche Insel Helgoland, wozu auch der Name und die Beschreibung paßt.
"Thale" hingegen dürfte das versunkene "Thule" meinen.

Zum zweiten Kapitel:

Über die babylonischen Zeitrechnungen (siehe auch Berossos) herrscht wissenschaftlicherseits Uneinigkeit. Es ist dies ein Punkt, der uns hier nicht unbedingt beschäftigen muß.
Gewiß ist, daß sich das älteste Babylon heute etwa zwei Meter unterhalb des gegenwärtigen Grundwasserspiegels befindet, weshalb erfolgreiche Ausgrabungen unwahrscheinlich sind.
Dies ist auch der Grund, weshalb altbabylonische Schriften nur sehr bruchstückhaft vorliegen, zumeist bloß aus assyrischen Nachschriften oder neubabylonischen und iranischen Kopien.
Die dreijährige Abwesenheit Sargon 1. ist belegt. Daß Sargon im Anschluß an einen erfolgreichen Kriegszug die "Heilige Insel" besucht hatte - gewissermaßen als Pilgerreise - ist durchaus im Sinne des durch und durch religiösen Lebensgefühl des altorientalischen Menschen und kann also sehr wohl eine geschichtliche Tatsache sein.
Es gibt den Gedanken, das Kommen und Gehen der Ischtar (2.6) sei so zu deuten, daß der Geist der Ischtar in jeweils geeignete Medien verschiedener, stets ähnlicher, Frauen eingetreten sei.

Zum dritten Kapitel:

Die Stadt 'Ukor' ist heutzutage nicht mehr genau bestimmbar, es wird sich um eine Hafenstadt gehandelt haben, deren Name und Ort sonst nicht überliefert blieb.
Die in 3.2 erwähnten Zeichen am Himmel brauchen nicht zu verwundern, da Himmelsbeobachtungen im alten Orient üblich waren und solche Absonderlichkeiten, wie sie sicherlich häufig vorkamen, dann gern religiösen Ereignissen oder Botschaften zugeordnet wurden.
Der Schiffsverkehr, der im 2. Kapitel geschildert wird, dürfte damals an der Tagesordnung gewesen sein.
Auch gibt es Zeugnisse darüber, daß Sargon 1. in Indien Stützpunkte anlegen ließ.
Die erwähnten Namen - wie alle Namen - sind nicht sicher; insbesondere hinsichtlich der Sprechweise der Selbstlaute nicht, was aber hier von untergeordneter Bedeutung bleiben mag.
Hinsichtlich der Schilderung des Kommens der Ischtar (3.5) ist eine gewisse Vorsicht beim Verstehen geboten. - Es kann sehr wohl sein, daß eine schöne, aber durchaus irdische Frau dort in der Sonne ging und vom Geist der Ischtar erfaßt wurde (quasi "prophetisch" wurde);
- daß also nicht ein Engel `materialisierte`, sondern einen geeigneten Menschen zur Mittlerin wählte. Hier ist die Übersetzung auch schwierig, da wir nicht genau wissen können, welche Bedeutungen welche Worte damals hatten.
Das "Reich Ilu" ist mit "Reich Gottes" übersetzt worden.
Der Name des Mädchens Sinea (3.9), weiches später als Seherin, also als Prophetin auftrat, ist interessant, da in späteren Schriften das betreffende Land als 'Land Sinear` (Bibel) bezeichnet wird.

Zum vierten Kapitel:

Hier wird sehr deutlich, daß die damalige Welt keineswegs eingeengt war, sondern vielmehr Beziehungen selbst zwischen entfernten Kulturen bestanden haben.
IL war die Bezeichnung für den absoluten Gott ("Ils Atem..", 4.6). Daher ist "IL" im wesentlichen mit dem uns vertrauten Begriff "Gott" übersetzt worden. Es ist jedoch nicht wirklich sicher, ob IL einer Gottesvorstellung wie der unseren entsprach.
Verehrt wurden die EL (Großengel) des Lichts und des Mittelreichs als "Götter". Es ist daher möglich, daß IL eine mehr abstrakte Gottvorstellung meinte.
Da aber "ILU" als allerhöchste Gotteskraft ('Allmacht') auch noch bestand, die unpersönliche Gottkraft also die Bezeichnung ILU trug - wie auch aufgrund weiterer Hinweise - gehen wir davon aus, in IL den persönlichen Gott unserer Vorstellungsart zu sehen.
Eine deutliche Verwandtschaft zur Auffassung der Evangelien finden wir wiederum in 4.12 .

Zum fünften Kapitel:

Die "EI-Gottheiten" Bel und Marduk sind in späterer Zeit mitunter zusammengezogen worden, das Wort "Bel" wurde zu 'Herr'. Dies geht darauf zurück, daß Bel (durchaus ursprünglich ein Eigenname) der Herr des Mittelreichs ist.
Als solcher steht er über allen Mittelreichgroßen, also auch über Marduk. Dies hat sich, wie gesagt, in späterer Zeit mitunter vermengt, - wie die neubabylonische/neuassyrische Zeit überhaupt nur noch wenig von dem alten Ilu-Wissen bewahrt zu haben scheint.
Das "Grüne Land", die alles verbindende "Generalschwingungsebene" im Jenseits, spielt auch in anderen Schriften eine hervorgehobene Rolle.
In 5.5 gelangen wir an einen für unsere Urgeschichte besonders interessanten Punkt : Das Reich "Gohn" im Norden, im Lande der "Mitternacht" (was auf das Wissen um die Polarnacht zurückgeht!). Genaueres läßt sich dazu nicht herausfinden.
Allerdings gibt es noch einen Brief an Naram-Sin, den Nachfolger Sargon 1. (Naram-Sin war sein zweiter Sohn, nicht, wie manchmal behauptet wird, sein Enkel), in dem ein König von "Goda und Gohn" an ihn schreibt. Dieser König heißt 'Kiavarek` - wobei die Lesart wiederum unsicher ist. Derjenige König von Gohn, den Sargon nach dem Bericht des ILU-Ischtar besucht, heißt 'Kenhir'.
Dies alles sagt aber nicht mehr - wenngleich auch nicht weniger ! - aus, als daß zu jener Zeit ein nordisches Reich bestand, das Verbindung mit Mesopotamien unterhielt und offenbar von einem den Mesopotamiern blutsverwandtem Volk bewohnt war.
Die Gleichsetzung der altorientalischen "Ischtar" mit der germanischen "Istara" (Ostara) kann leicht zutreffend sein, wissen wir doch weder von der einen noch von der anderen genau, wie ihr Name in alter Zeit ausgesprochen wurde.
Was die Fähigkeit magischer Mitteilungen über weite Entfernungen anbetrifft (5.6), so gibt es dazu auch Schriften aus anderen Quellen, was indes hier einmal unbesprochen bleiben mag.
Im Vers 5.11 wird erwähnt, daß der Weg von Gohn zurück an der "Insel der Verlorenen" vorbeiführte. Dies erinnert an die Überlieferung, wonach England in alter Zeit eine Sträflingsinsel gewesen sei. Diese Behauptung findet sich auch in der "Ura-Linda-Chronik", über deren vorliegendes Exemplar hinsichtlich Echtheit jedoch sehr gestritten werden kann; angeblich ist das Original zugunsten einer Überarbeitung vernichtet worden.
Ob mit dem Hafen "Sin-At" wirklich Sidon gemeint ist, bleibt völlig offen.
Gewiß ist nur, daß Sargon 1. an der nordafrikanischen Küste 31 Häfen anlegen ließ (s. Hugo Winckler), worunter auch das spätere Sidon gewesensein dürfte. Auch wirft dies ein beachtenswertes Licht auf die vielbesprochenen phönizisch-germanischen Verwandtschaftsverhältnisse (Spanuth).
Gesichert ist auch, daß Sargon 1. die in 5.13 erwähnten Straßen anlegenließ (s. Hugo Winckler).
Sehr charakteristisch für das ganze Denken und Empfinden des altorientalischen (und also wohl auch des altgermanischen) Menschen ist, wie alles und jedes auf göttliches Einwirken - oder auch auf dämonisches - zurückgeführt wird.

Zum sechsten Kapitel:

Die Ehrenbezeichnung "Enkel Sins" für den Tempelvorsteher Lakor (6.1) soll Gelegenheit geben, über die Bedeutung des Wortes "Sin" (Schin) zu sprechen. SIN ist im Altakkadischen das Strahlen ("Scheinen"!!) des Himmels. Sin bezeichnet zunächst alle Gestirne, sowohl die Sterne wie den Mond und die Sonne. Später wandert für die Sonne der Name "Schamasch" ein, und "Sin" wird zur Bezeichnung des Mondes, die Sterne erhalten EI-Namen.
"Sin" ist nun auch zu einer Bezeichnung des Nachthimmels geworden, der "Mitternachtsberg", der Nordberg, auch "Berg der Versammlung" ,erhält den Namen "Berg Sin"; und zwar wohl auch wieder - in Doppelbedeutung im Sinne von "strahlendem (heiligem) Berg" (Sin-Schin-Scheinen-Strahlen).

Zum siebten Kapitel:

Hier finden sich wieder punktuelle Gemeinsamkeiten mit den Evangelien, wenngleich Ischtar nicht große Menschenmengen lehrt, wie Christus.
Wesentlich ist, daß Ischtar ein verlorengegangenes Wissen wiederbringt. Das entspricht nun genau der urchristlichen Vorstellung, nach der auch Jesus Christus - Gott (IL) in Menschengestalt -, das Wissen vom Reich Gottes und vom ewigen Leben wiederbringt.

Zum achten Kapitel:

Die babylonische Stadt Kutha(r) ist belegt (siehe auch Dichtung "Der König von Kutha").
Die Begegnung Sargons mit dem Greis im Tempel ist vielleicht weniger eine tatsächliche Begebenheit als Sinnbild für den babylonischen Glauben an die Weisheit des Alters.

Zum neunten Kapitel:

Sehr deutlich wird hier die starke geistige Bindung der Mesopotamier an die "Urheimat im Norden"
(siehe auch 'lnuma-Iiischl-Anfang:"Ummu hubpur patikat kalama": "Die Mutter des Nordens, die alles hervorbrachte ... ").
Die Ähnlichkeit der babyionisch-assyrischen Kultur mit dem Germanentum braucht uns nicht zu verwundern (Hörnerhelme, Schiffsform, Schwertart, passagenweise fast wörtliche Übereinstimmung zwischen Edda und Gilgamesch-Epos; - beachtenswert auch, daß die Gegend um Lübbeke in germanischer Benennung die "Babilönie" hieß, und Köln in vorrömisch-germanischer Zeit den Namen "Babylonia" trug. Lauter klare Hinweise auf die wahren Vorfahren des deutschen Volkes.
Es bedarf keiner großen Phantasie, das Heranrücken einer Eiszeit in Vers 9.10-12 zu erkennen.
Bemerkenswert sind auch die Schilderungen der Insel mit den "blauen Palästen" (9.6), die an ferne Legenden von einer "blauen Insel" im Norden erinnern. Allerdings sollte man sich auch hüten, zu viele Geheimnisse auf zu engem Raume entschlüsseln zu wollen.
Im Gruß der lrini (9.14) erkennen wir wiederum Anklänge an christliche Motive.
In 9.16-17 haben wir die im alten Orient weitverbreitete Vorstellung.

Zum zehnten Kapitel:

Hier ist, bei Vers 10.5, ein Bruchstück neubabylonischer Quelle eingefügt, dessen Gesamttext im Buch der Sajaha erhalten blieb.
Die Verse 10.7 und 10.8 sind marcionitischer Auffassung.

Zum elften bis neunzehnten Kapitel:

Hier ist die Lückenhaftigkeit des babylonischen Textes wesentlich duch Wissen aus dem karthagischen "Ilu Aschera" (Aschera entspricht Ischtar) überbrückt worden, ohne aber die viel umfangreichere und mehr in Einzelheiten gehende Darstellung des Ilu Aschera einfach zu übernehmen -"Das Karthager-Buch"- .
Enge Verwandtschaft besteht auch zu frühchristlich-marcionitischen Texten.
Unbewiesenermaßen soll ja Marcion selbst das "Ilu-Aschera" übersetzt haben.
Obwohl die Darstellungen im "Ilu Ischtar" sichtlich knapper waren - worauf eben auch bei der Wiederherstellung Rücksicht genommen wurde -, zeigen doch gerade einige der erhaltenen Stücke dieses Teils, daß in einigen Bereichen tieferes Wissen als im "Ilu-Aschera" besteht.
Das zeigt sich besonders eindrucksvoll mit der Schilderung des "Voranfangs", der "ursachlosen Ursache", die sich in keiner anderen bekannten Schrift findet.
Hier haben wir das Kernstück der Ilu-Lehre. Und es ist unbedingt dahingehend zu betrachten, daß die Dinge wörtlich zu nehmen sind!
Es handelt sich keineswegs um "Symbolismen", sondern um klares Wissen. Wie treffend alles dies fraglos ist, belegt auch die aus Sicht der modernen Wissenschaft von Norbert Jürgen-Ratthofer erarbeitete "Parakosmologie des Ilu" (über THG erhältlich).

Zum neunzehnten Kapitel:

Hier wird die Schöpfung von diesseitigem und jenseitigem Kosmos geschildert. Auch dies alles ist durchaus wörtlich zu verstehen.

Zum zwanzigsten Kapitel:

An dieser Stelle haben wir es mit Rückblick in früheste Zeiten der Menschen auf Erden zu schaffen. Vieles wirkt da nun dunkel und unklar.
Das beginnt mit den verschiedenfarbigen Menschenstämmen (Rassen?).
Es ist nicht völlig klar, ob beispielsweise die "Goldenen", die "Riesen" seien, womöglich doch mehr als 'Geistesriesen' denn als Menschen von Riesengestalt zu verstehen sind, obschon letzteres wirklich gemeint zu sein scheint.
Cro-Magnon ? -- Zugleich entdecken wir Gemeinsamkeiten mit den Schilderungen der Edda.
Die ganzen Kriegszüge und Schicksale dieser 'ersten Menschheit' lassen den Gedanken zu, es könnten verschiedene Epochen ineinandergeschachtelt worden sein - insbesondere bei der Erwähnung von Thale.
Und doch kann nicht völlig ausgeschlossen werden, daß auch hier ein weitgehend wirklichkeitsgetreuer Bericht vorliegt, den zu verstehen uns bloß zu viel an Wissen der Vorzeit ermangelt.
Zu 20.9 wäre als bemerkenswert zu erwähnen, daß Otto Hantl in "Externstein und Urglaube` (Almut-Verlag, D-6370 Oberursel/Ts., Forsthausweg 100) die Ansicht äußert, die Externsteine seien einst der 'Berg der Versammlung gewesen.
Deutlich hingegen sind einzelne Punkte. Der wahre Sinn und Ursprung der Legende vom "Turmbau zu BabeI" und der "Sprachenverwirrung" beispielsweise.
Auch die Raumaufteilungen können versuchsweise gedeutet werden: Die Mitte meint vermutlich das nachmalige Babylonien, der Norden naturgemäß das 'Land in Mitternacht', der Osten Asien, der Süden Afrika - und der Westen womöglich Amerika zu einer Zeit, als es noch gar nicht von den anderen Erdteilen losgebrochen war?
Auch soll nicht verabsäumt werden, die "Blauen" nochmals'zu erwähnen. Könnte die Erwähnung der "Blauen" auf Amerika hindeuten, wo noch um 1910 "blaue Indianer" gesehen worden sein sollen (u.a. berichtet von H.H.Ewers).
Indigo ? Tuareg ??

Zum einundzwanzigsten Kapitel:

Hier kommt nun der Glaube an die schon gewesenen Menschheitsepochen ins Spiel, wonach es schon fünf Menschheiten gegeben habe (s.auch IluTanit/Karthager-Buch).
Zahlreiche Gedanken können hier Wurzeln schlagen und der Möglichkeit ehemals schon gewesener Hochzivilisationen nachsinnen - nicht zuunrecht vielleicht!
Das erste Menschengeschlecht wäre, nach Vers 21.3, wohl durch elementare Naturkatastrophen untergegangen,
das zweite, lt. Vers 21.4, durch allgemeinen Irrsinn, was sich mannigfaltig ausdeuten ließe,
das dritte, so könnte man Vers 21.5 deuten, durch einen Polsprung?,
das vierte durch allgemeine Unfruchtbarkeit, wie Vers 21.6 sagt, also ausufernde Perversität?
Das fünfte Menschheitsgeschlecht ging in schlimmen Kriegen unter.
Vers 21.7-8 schildert Dinge; die sich - auch - als Atomkrieg auslegen lassen würden. Insbesondere die Folgen, die zu Bestien gewordenen Menschen.
Dies aber eröffnet den Blick auf eine verblüffende Möglichkeit, durch welche zugleich der Teil-Irrtum der Evolutionstheorie erklärt wäre:
Die Menschen entwickelten sich zu Bestien - nämlich vom Kulturmenschen zum Affenmenschen? - Und dann erst wieder allmählicher Aufstieg ?
Bei 21.8 stoßen wir nun auch auf die Sintflut, die, nach der hier zu verstehenden Ursache, in einem ganz anderen Lichte erscheinen kann.
21.11 sagt aus, daß die Erde noch sehr lange bewohnbar sein wird.;
In 21.12 ist ein ziemlich klarerkennbarer Hinweis auf die Weltzeitalter und den Kampf zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis, wie er auch von den urchristlichen Marcionitern gesehen wird.

Zum zweiundzwanzigsten Kapitel:

Das Aussterben von Menschenrassen und Tierarten wird hier mit dem "Vorrat an Samen" begründet.
Beachtenswert die Nennung der riesigen Urzeittiere. Der "Marduk-Drache" war allerdings ohnehin ein Wahrzeichen BabyIons, und altorientalische Rollsiegel sind voll von Ungeheuern aller Arten.
In 22.6 wird das Hauptmotiv der Bosheit, das schon im Gottesreich eine böse Rolle spielte, auch zum Hauptübel der Erde erklärt: Der Neid.
In 22.10-13 wird sehr anschaulich dargelegt, wie die verschiedenen Kulte entstehen konnten.

Zum dreiundzwanzigsten Kapitel:

Hier ist davon die Rede, daß Sargon missionarisch zu handeln begann, was bei einem kriegerischen König bemerkenswert ist.
Ischtar und Inanna: Im Gegensatz zu häufigem Irrtum sind die akkadisch-babylonische Ischtar und die sumerische Inanna nicht identisch. Daraus erklärt sich die unterschiedliche Darstellung in Ilu und Gilgamesch-Epos.



NACHWORT :

Dieses Buch ist heutzutage einzigartig, es gibt seinen Inhalt in keiner anderen vergleichbaren Form.
Die Ursachen dafür sind verschiedene, und die Tatsache, daß bedeutende Bestandteile der Textvorlagen in unserem Archiv verschlossen waren, ist nicht die entscheidende - denn es gibt Bruchstücke des "Ilu" auch andererorten und in wissenschaftlich berufenen Händen.
Dennoch ist das Ilu-Ischtar unserer Zeit bisher fast völlig verborgen geblieben.

( Als der große Friedrich Delitzsch, der Verfasser von "Babel und Bibel", sich mit Ilu-Fragmenten zu befassen begann, stand er schon am Ende seines irdischen Lebens und vermochte keine diesbezügliche Arbeit mehr zu vollenden. Ähnlich erging es dem genialen Peter Jensen, der überdies wegen seiner Veröffentlichungen über die weitreichende Wirkung des Gilgamesch-Epos angefeindet worden war und daher nicht ein neues Kapitel öffnen möchte, das wiederum Wirbel entfacht haben würde. Hugo Winckler wiederum erfaßte zwar frühzeitig das Vorhandensein einer altbabylonischen Hochreligion, über die wenig bekannt war, ging dem aber nicht weiter nach. )

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte bei alledem natürlich doch, daß wertvolle Texte zu diesem wichtigen Kapitel ungenutzt und der Wissenschaft unzugänglich in privaten Archiven ruhten.
Aber auch der Widerspruch, den die Ilu-Lehre bei der herrschenden Religion hätte hervorrufen müssen, dürfte mancheinen abgeschreckt haben; die "Panbabylonier" wurden ja ohnehin von Kirche und Synagoge stark angefeindet -
- ohne daß es irgendwelche sachlichen Einwände gegen ihre Arbeiten gegeben hätte.
Wie dem immer auch sei: Heute liegt das Werk vor - und es wird sich kraftvoll auswirken!